ne, gestorben ist einer der Bäume, die ich echt mochte, schon viel früher. Denn Bäume sterben – wenn sie nicht gefällt werden oder halt eine Naturkatastrophe stattfindet wie Quimburga 1972 – über Jahre. So wie die große Birke. Die stand direkt neben einer Eiche – so wie das sehr oft der Fall ist – hatte ihr Leben und ist dann halt nach und nach gestorben.

Birken haben keine hohe Lebenserwartung, es gibt zwar wirklich alte und dicke Birken, aber die Mehrzahl dieser Bäume erreicht ungefähr 70 Jahre und das war es dann. Wenn ihr Birken seht, die irgendwelche Wucherungen haben, die werden auch nicht wirklich alt, denn die Stellen mit den Wucherungen sind typische Bruchpunkte. Aber zurück zu diesem einen bestimmten Birkenbaum.

Wie ihr auf den Bilder seht, war der auch schon etwas dicker – und das, was ihn auch im „ich bin zwar tot, aber ich stehe noch“-Zustand ausgemacht hat, waren seine Höhlen. Wenn Bäume von Baumpilzen befallen werden, dann zersetzt der Pilz das Holz im inneren des Stammes – und das wiederum macht es Spechten einfacher, Höhlen in solche Bäume zu hacken. Diese Birke hatte mehrere Löcher – und war bestimmt auch lange ein toller Unterschlupf für Vögel und/oder Fledermäuse und natürlich für Insekten.

Der heftige Sturm vor ein paar Tagen hat ihn umgeworfen und zerbrochen – und ich konnte ganz gut sehen, wie es hinter den Fluglöchern aussieht – und auch wie marode der Wurzelbereich tatsächlich gewesen ist, ist gut zu sehen. Nun wird der Stamm endgültig wieder ein Teil der Nährstoffkette. Es wird lange dauern, bis sich alles zersetzt hat – aber das, was sich herauswäscht, zersetzt, löst, wird zu Nährstoffen für die anderen Pflanzen. Lässt man ihn dort liegen und räumt ihn nur weiter an die Seite, werden sich Mäuse und Co freuen, eine Höhle zu finden, die ihnen Schutz vor den Greifvögeln, vor Regen, Pflug, Egge oder auch „nur“ den schweren Traktorreifen bietet. Wobei… im Auwald gegenüber wohnen Füchse. Die werden sich wiederum darüber freuen, dass es einen Platz gibt, wo Mäusenachwuchs entsteht.

Deshalb bleiben viele Bäume, die z. b. Abgebrochen sind, auch stehen. Sie sind Unterschlupf und Lebensraum für Andere – und gegen so einen Baum mit Höhlen kommt kein menschengemachter „Insektenplattenbau“ aka „Insektenhotel“ an. Gleiches gilt für Reisighaufen, Lesesteinhaufen, alte Mauern, verwilderte Ecken etc.. Menschen finden diese „multikulti“ Insektenplattenbauten nur viel schöner. Weil die „ordentlicher“ sind. Manchmal sind solche Plattenbauten aber auch eher so ein „Mäcces fly by“ für einige Vögel, vor allem, wenn die Plattenbauten nicht sonderlich dick sind und die Vögel lange schlanke Schnäbel haben.

Falls ihr euch übringens fragt, warum Birken so oft direkt an anderen Bäumen wachsen – Birken haben sehr kleine, leichte Samen, die vom Wind gut verweht werden können. Wenn ihr eine Eichel, Kastanie, einen Tannenzapfen oder eine Buchecker mit Birkensamen vergleicht, könnt ihr das gut sehen. So kleine leichte Samen verfangen sich schnell in allem, was vor allem bodennah im Weg ist – und dazu gehören die Wurzeln anderer Bäume, wo sie prima Schutz finden um zu wachsen.
Aber ihr werdet sie auch in Dachrinnen, auf Abraumhalden, auf abgetorften Moorflächen, in Sandabbaugebieten, Lesensteinhaufen oder eben auch auf länger abgestellten Autos finden. Birken sind da nicht sonderlich wählerisch.

































