… Nadelbäumen, Feldern etc. . Hier in der Gegend entsteht ein neuer Windpark, der ziemlich umstritten ist. Wie mittlerweile sehr viele Windparks. Der Unterschied zum Windpark im Eleonorenwald / Neuvrees wird sein, dass es eine ganz neue Generation von Windkraftanlagen ist, die wirklich SEHR hoch werden. Ab und an schaue ich mal, was sich so auf den verschiedenen Baustellen dazu tut – und außerhalb des Waldes auf einigen Freiflächen wachsen derzeit die ersten Anlagen in die Höhe. Innerhalb des Waldes, der in weiten Teilen ein Nutzwald ist, sind schon einige Flächen vorbereitet worden. Ich erzähle euch hier einfach mal ein bisschen MEINE Sicht der ganzen Sache:

Ich denke, dass viele Menschen einfach vergessen, dass weite Teile des Waldes eigentlich „Baumacker“ sind. Also im Prinzip, wie ein Maisacker – mit dem Unterschied, dass der Mais nach wenigen Monaten geerntet und zu riesigen Silos aufgehäuft wird, die entweder Viehfutter oder Biogas werden – und Bäume brauchen Jahrzehnte, bis sie erntereif sind. Aber im Kern ist es letztlich gleich: Es sind Nutzpflanzen, die angebaut werden um sie irgendwann zu verwerten. Während das bei Getreideflächen völlig selbstverständlich ist und da auch weit weniger ein Bohei gemacht wird, wenn solche Flächen dann Bauland werden und im großen Stil versiegelt werden, wird durchaus ein Bohei gemacht, wenn es um Forst geht und plötzlich soll der Wald zwar allen gehören, aber nur die Eigentümer, die im Grundbuch stehen, sollen Kosten und Verantwortung tragen. Ist schon komisch – oder?

Jeder möchte Strom. Waschmaschinen, Trockner, Herde, Fernseher nach dem Motto je größer je besser sind schon ziemlich selbstverständlich. Dazu kommen Computer, Playstation und Co, jede Menge Akkukram, Werkzeug, Pumpen, E-Bikes, E-Roller – und natürlich E-Autos. Es ist super praktisch, wenn man irgendwo einen Stecker einstöpseln kann und dann funktioniert ein Ding einfach mit Strom. Toll! Aber… das ganze hat eben auch den Teil: „Woher nehmen wir den ganzen Strom?“. Ich habe Tschernobyl miterlebt, wir hatten ein paar Jahre lang auch Austauschkinder aus Gomel/Homel, die selbst 20 Jahre nach Tschernobyl und dem Supergau aus der verstrahlten Luft raussollten. Wenigstens für ein paar Wochen.
Die Kinder, die hier nach Deutschland geschickt worden sind, waren nicht etwa die kranken und behinderten Kinder – denn die hätten die Reise gar nicht gepackt. Das waren die fitten! Ich kann viele Bedenken nachvollziehen, die es gegen Windkraftanlagen gibt. Aber wenn ich eines nicht möchte, dann ist es ein neues Tschernobyl oder Fukushima in unserem Land. Oder in den Niederlanden, in Frankreich, Österreich, Polen, Tschechien oder wo auch immer auf der Welt. Denn in Deutschland hätten wir gar keinen Platz zum Ausweichen! Stellt euch einfach mal vor, wie so eine menschenleere Sperrzone aussehen würde. Wie es wäre, wenn auf Schlag ganze Städte wie Oldenburg, Delmenhorst und Bremen binnen 24 Stunden für immer evakuiert werden müssten – von den ganzen Landgemeinden und Kleinstädten dazwischen ganz zu schweigen.
Stellt euch vor, auf Schlag müssten über eine Million Menschen dauerhaft evakuiert werden. Wer erinnert sich noch an die Tabellen mit den Bequerel-Zahlen in der Zeitung? Der Frage „können wir wieder Milch trinken – oder ist die zu strahlenbelastet?“. Wer erinnert sich noch daran, wie Kinder nicht mehr in Sandkästen durften, weil der radioaktive Regen den Sand verseucht hatte? Wie man das Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten nicht mehr essen sollte, weil zu strahlenbelastet? KEINER????
Würden alle diese Menschen, du, ich … und du da hinten auch, kein Ding – und ja, deinen Hund kannst du mitnehmen, die Katzen auch. Fische und Reptilien werden schon problematischer, Zootiere… werden allesamt erschossen, bevor sie qualvoll verenden. Also: würden all diese Menschen auf Schlag umgesiedelt werden müssen, hätte Deutschland ein echt massives Problem. Wer Glück hat, hat vielleicht einen Camper oder Wohnwagen und damit ein Dach über dem Kopf. Wer kein Glück hat, kann froh sein, wenn er irgendwo einen Platz in einer Turnhalle oder in einem Stall findet. Aber: Unser Land ist dicht besiedelt. Jeder Quadratmeter gehört jemandem.
Wenn Millionen Tiere auf einen Schlag gekeult werden müssten – ohne dass überhaupt Kapazitäten wären, diese wahnsinns Menge an Tieren überhaupt zu verarbeiten. Wenn alles das, was an Obst, Gemüse und Getreide in ganz Norddeutschland wächst, die ganze Milch, wenn alles das von jetzt auf gleich NICHT MEHR ESSBAR WÄRE. Der radioaktive Fallout das Trinkwasser kontaminieren würde, wenn jeder wüsste: da sind riesige Kliniken in dem Bereich… und man muss darin die meisten Menschen sterben lassen, WEIL ES KEINE ALTERNATIVE GIBT. In Tschernobyl wurden in den ersten Tagen in einem Umkreis von 20 km rund 80 000 Menschen evakuiert. Das ist WENIG im Vergleich zur Bevölkerungsdichte in Deutschland. Danach wurde die Sperrzone auf einen RADIUS von 30 km ausgeweitet. Also 60 km im Durchmesser. Da der Fallout nicht an der Grenze einer Sperrzone aufhört, wären hier eine Massenflucht. Wer bleibt, muss mit schlimmsten Erkrankungen rechnen. Wer als Frau in der Gegend von Tschernobyl schwanger war oder wurde… es war furchtbar. Ich sitze echt hier und heule, weil die Bilder wieder hochkommen. Ihr wollt das nicht. Das will NIEMAND.
Man kann sich über Windräder aufregen. Darüber, dass sie so groß sind, dass man sie schon von weitem sieht. Man kann sich darüber aufregen, dass das Recycling von Rotorblättern noch halbwegs in den Kinderschuhen steckt – wobei es schon echt coole Projekte gibt! Aber auch da: kurvt einfach mal in Friesoythe durch das Gewerbegebiet an der Elbe/Emsstraße, schaut euch mal ein paar Mülldeponien an und wieviel Müll völlig selbstverständlich zu riesigen Haufen aufgeschüttet wird. DANN meckert gerne weiter über mangelndes Recycling von Rotorblättern.

Ich finde es absolut toll, wie jeder Tümpel mit Amphibienschutzzäunen umgeben wurde, damit die kleinen Tiere nicht plattgefahren werden. Ich habe die ersten Fledermauskästen entdeckt, die aufgehängt worden sind um zu wegfallenden Baumhöhlen Alternativen zu bieten – wobei ich tatsächlich cool finden würde, wenn die Baumhöhlenstücke zum Teil an anderen Bäumen oder Ansitzen aufgehängt werden würden, damit den Tieren diese Höhlen wenigstens ein Stück weiter erhalten bleiben.
Es gibt richtig, richtig viele Neuanpflanzungen von Laubbäumen, statt Nadelhölzern, sogar Obstbäume auf kleinen Wiesenflächen habe ich gesehen. Mega! Die wüste Kraterlandschaft mit herausgezogenen Baumwurzeln, in der ich letztes Jahr noch mit Joey unterwegs war, ist wieder weg, die Fläche eingeebnet und schon wieder bewachsen.

In 5 Jahren sind die Schneisen, die für die sehr langen Spezialtransporter angelegt wurden, alle wieder grün und mit Büschen bewachsen. Der größte Teil aller Flächen rund um die Windkraftanlagen ist auch wieder grün und mit weiteren Neuanpflanzungen umgeben, denn die Bäume werden nie so hoch, dass sie auch nur annähernd die Spitzen der Rotorblätter erreichen würden. Die Tiere werden sich wie üblich an die neue Situation angepasst haben, Greifvögel und Singvögel völlig selbstverständlich in direkter Nähe der Türme nisten und ihre Brut aufziehen. Unter den Türmen wird sich auf dem Fundament alles das einfinden, was auf Geröll und Sand wächst. Wie bei fast allen Windkraftanlagen, egal wie groß. Da entstehen dann ökologische Nischen in einem Wald-Sandheide-Gebiet, die ihre Überlebensspezialisten finden. Ähnlich ist es auch bei Solarparks, die auf geschottertem Grund entstehen. Die Natur passt sich dort an.
„Aber die Fundamente…“ – ja, die sind schwer und relativ groß und verdichten dort, wo sie sind, den Boden. Aber… der Boden hat eine Kapillarwirkung. Kann das Wasser nicht durch, sickert es drumherum. Das stört niemanden bei Wolkenkratzern, es stört niemanden bei riesigen Hallenneubauten, Autobahnen, deren Zubringern, Parkplätzen etc… und die versiegeln weit mehr Fläche. Gut, die haben nicht das punktuelle Gewicht auf einer Stelle – aber das gleichen die durch ein Vielfaches der benötigten Fläche aus, die versiegelt wird. So sehe ich das. Solange es – grob gesagt – um unseren Spaß geht, um den Alltag, der uns direkt betrifft, ist bauen und Bodenversiegelung kein Problem.

Da wird hektarweise Land tiefgründig umgewälzt, es werden Schottergärten angelegt, Stabmattenzäune, ökologisch wertlose Rasenflächen und Blumenrabatten die selbst zu Zeiten, wo explizit verboten wurde, diese zu gießen ganz selbstverständlich gegossen werden. Denn so ein Rasen ist ja schließlich teuer gewesen, das Bewässerungssystem auch und wie sieht das denn aus, wenn man da jetzt nicht gießt und den Mähroboter alles kurz mähen lässt! Das vertrocknet doch alles! Also haut man selbst bei eklatantem Wassermangel da das aufbereitete Trinkwasser aus er Leitung drauf. Wasser, das übrigens in einem Brandfall irgendwann fehlen würde. Aus so einem Gartenpool kann man Wasser ja noch abpumpen zum löschen (und eigentlich wäre es eine gute Sache, wenn im Spätsommer die TLF´s das Wasser aus den Pools bekommen würden. Zum Beispiel um damit zu üben. Egal ob JF oder FF).
Genau das, was den Menschen so derbe viel bedeutet, wenn es eine Fläche betrifft, die irgendwem gehört, von dem sie nicht sofort einen direkten Nutzen haben oder andere einen Gewinn erwirtschaften könnten, ist es ein „Desaster“, „Unmöglich“, eine „Frechheit“ und jeder, der seit Jahren nicht mehr in dem Bereich unterwegs war, weiß natürlich genau bescheid, weil er ja die mit künstlicher Intelligenz und komplett verlogen kreierten Fake-Bilder auf den Plakaten und Flyern gesehen hat.
Das Leben, die Gesellschaft und die Landschaft verändert sich kontinuierlich. Das ist nun einmal Fakt – und auch wenn es für manche Menschen vielleicht „nicht schön“ aussieht, wenn sehr große Windkraftanlagen gebaut werden – es gehört zur Veränderung dazu, genau wie die ganzen neu gebauten großen Biogasanlagen und Ställe. Da kräht kein Hahn nach! „Aber die müssen die Fundamente später wieder abbauen!!!“ – ich warte darauf, dass alte, oben offene Güllebehälter in der Landschaft auch zurückgebaut werden und der Boden darunter und drum herum saniert wird. Ach nein, da kann ich ja bis zum Sankt Nimmerleinstag drauf warten, zumal die ja oft noch zwischendurch gefüllt werden. Die sind halt immer da, der 40 Kubikmeter Feldrandcontainer für Gülle nur, wenn man ihn teuer heranschafft.
Wer in Friesoythe mal an der alten Wassermühle war, kennt vielleicht die Erklärtafel, die darauf hinweist, dass der Landkreis Cloppenburg über 95 % seiner Energie selbst produziert. Ich finde das einfach total krass! Und das ist eine Tafel, die schon einige Jahre älter ist! Da kann man doch stolz drauf sein – oder etwa nicht?
ANHANG
Hier seht ihr übrigens eine Karte aus dem Jahre 1996. Das ist 10 Jahre nach Tschernobyl und auf dieser Karte könnt ihr ziemlich gut sehen, wo auch noch so viel später Sperrzonen und absolut belastete Gebiete sind – und wo der Reaktor stand. Da seht ihr auch ziemlich gut, dass es mit „30 km Radius als Sperrzone“ – also einem Kreis – eben NICHT getan ist.

Mit Dank an Sting Editors: Luxo, Devil m25, Enricopedia – Derivative work of Tchernobyl radiation 1996.svg by Sting which is based upon a map from the CIA Handbook of International Economic Statistics (1996); Source image used to create this « svg » version : Scan from the site of The University of Texas at Austin (in Public Domain);, CC BY-SA
Die besser zu sehende Karte findet ihr hier
Da mir der Kram mit „Radius“ etc. keine Ruhe gelassen hat, habe ich dann mal grob den Kartenmaßstab von oben, nämlich die Strecke von 100 km (gleich 2,5 cm) versucht, auf Google-Maps hinzubekommen. Für mich sieht dann die Karte von Deutschland so aus – und ja, die Maßstabsangabe stimmt dann auf dem Bild nicht – was an dessen Verkleinerung liegt. Übernommen habe ich die Länge der Sperrzone (rot) über Prypyat und die Länge der periodischen Überprüfungszone bis nach Wystzu… In diesen Gebieten stehen schon über 100 Windkraftanlagen. Es werden auch noch welche dazu kommen. Aber KEINE der WKAs wird so ein riesiges Gebiet unbewohnbar machen und dafür sorgen, das tausende von Menschen fast alles bis auf ihre nötigsten Klamotten binnen weniger Stunden verlieren und nie mehr zurück nach Hause können.







































