Der Hund im Museumsdorf

Vor einigen Jahren war ich im Museumsdorf und habe dort ein wirklich tolles Fliesenbild neben einer Feuerstelle gesehen. Da alle guten Dinge drei sind, habe ich nun im dritten Anlauf endlich das Bild wiedergefunden! Dafür bin ich mit Jobhund Yoshi am montag im Museumsdorf gewesen und habe so ziemlich jedes Haus danach abgesucht. Die Gesamtstrecke von uns im Museum war etwas über 4 Kilometer. Gefunden habe ich das Bild dann auf Hof Quatmann. Das Bild müsste einen Spaniel zeigen, also einen Hund au der Gruppe, zu der auch Joey gehört hat. Auf der anderen Seite ist eine Katze mit Maus im Maul. Der Hof ist 1806 fertig gestellt worden, auch auf vielen Gemälden aus der Zeit sieht man Spaniel in so einer Malart. Wenn ihr genauer schaut, seht ihr, dass mindestens eine Fliese nachgemalt worden ist, nämlich die unten links.

Bei einem Landarbeiterhaus gibt es einen Hühnerstall mit einer alten Rasse, die sich „Totleger“ nennt. Diese Hühner gehören zu den stark gefährdeten alten Haustierrassen. Genau wie es für wilde Pflanzen und Tiere Rote Listen gibt, in denen diese nach Gefährdungsstärke eingeteilt werden, gibt es das auch für alte Haustierrassen (klick mich, ich bin ein Link)

Museumsdörfer und so genannte Archen sind Orte, an denen solch alte Arten erhalten werden. Für da Bunte Bentheimer Schwein gilt der Spruch: „Erhalten durch Aufessen“. Es sind ja alte Nutztiere, man hat sie gebraucht und geschlachtet und weil sie sich damals als gut bewährt haben, hat man sie halt vermehrt, bis es „bessere“ Rassen gab. Deshalb gibt es auch heute noch den Spruch „erhalten durch aufessen“.

Auch die Rasse unseres ersten Hundes, ein Portugiesischer Wasserhund, stand lange auf der Liste der bedrohten Haustierrassen. Mittlerweile ist die Rasse dort wieder runter, weil es wieder genügend Porties gibt – und gute Züchter sich weltweit austauschen. Nach wie vor gibt es bedrohte Haustierrassen, bei den Hunden sind es unter anderem Deutsche Pinscher und Mittelspitze. Auch eine Ziegenrasse, die ich als „Wanderziegen“ kenne, ist noch auf der Liste: die Thüringer Waldziege. Hätte ich die Möglichkeit und die Wahl, ich hätte zwei davon. Zum Wandern.

Was ihr aber schon herausgelesen habt, wenn ihr es nicht schon wisst: auch echte Hunde dürfen mit ins Museumsdorf!

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Die schönsten Bilder und Gedanken zur Region

Sprudelstein in Sandkrug mit den sagenhaften Osenzwergen / Hünen

Nun bin ich schon wieder 5 Tage mit Yoshi unterwegs gewesen, tolle Gegenden entdecken. Die schönsten Bilder bekommt ihr hier zu sehen. Manchmal denke ich darüber nach, dass unsere Gegend von manchen Leuten „Güllegürtel“ genannt wird. Wegen der ganzen Mastställe hier in der Region. Aber das ist letztlich auch nur eine Sichtweise. Die habe ich für mich abgelegt, seit ich selbst hier wohne.

Aber zugegeben, so vor 40 Jahren gab es in Sandkrug mal eine Großdemo zum Thema „Hatten hat´s: Großbetriebe, Gülle…“ da war noch irgendwas mit auf den Aufklebern und Plakaten, ich glaube, es war damals „Giftmüll“ oder so. Und jepp, ich war damals mit dabei – und finde: es hat sich in 40 Jahren einfach unglaublich viel getan. Im positiven Sinne. Ich lebe jeden Fall echt gerne hier im „Güllegürtel“.

Und wisst ihr, was mit das BESTE daran für mich ist? Der Begriff wird gerne in Berlin verwendet. Also in einer Großstadt, die unter anderem viel Bohei um ihre „echt Berliner Currywurst“ macht und irgendeinen Kultimbiss unter der S-Bahn in den Himmel lobt. Ich war dort schon mal. Currywurst probieren. Inmitten von Müll, Straßenlärm, Asphalt und Abgasen. Genau so hat diese „tolle Wurst“ auch geschmeckt. Ich lebe definitiv lieber hier in der Gegend als in Berlin (ich war echt oft dort!). Es ist sauberer, sicherer – und natürlich viel grüner! Natürlich riecht es mitunter auch mal nach Gülle – aber besser Gülle als den „Geruch der Großstadt“. Berlin mag eine Reise wert sein. Aber hier ist es LEBENSWERT. Nicht nur eine Reise lang.

Natürlich bekommt ihr auch eine neue Tour – und zwar am Ende!

Igelriede, Thülsfelder Talsperre

Abseits des Jakobsweg via baltica, Visbek

Da Gogericht auf dem Desum

Die erste Woche mit Yoshi alleine! Voll ungewohnt – Joey ist am letzten Tag vor dem zweiwöchigen Urlaub von Yoshi eingeschläfert worden. Damit ihr nicht nur Bilder von den letzten Tagen seht, gibt es jetzt die heutige Tour als Tourentipp, mehr findet ihr auf der Emsland-Seite. Nicht wundern, die Tour ist dort „mittenmang“, weil ich nach und nach anfange, die Touren nach Gegenden (Gemeinden) zu sortieren.

Bei Werlte findet ihr das Megalithgrab „De hoogen Steener“ und die Herrentannen, in der Beschreibung und auf den Fotos findet ihr Infos zur Tour!

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Orte entdecken: Froschhausen… äh… Quakenbrück

Zusammen mit dem Adeldackel „Waldi von Oma“ habe ich Quakenbrück erkundet. Das hat sich angeboten, nachdem ich Joeys Asche in Badbergen abgeholt habe. Quakenbrück liegt an der Landkreisgrenze Cloppenburg/Artland und gehört zum Landkreis Osnabrück. Das Artland ist generell eine total schöne Gegend, wo viele alte Häuser Schaugiebel haben, die den Reichtum des Hausbesitzers dargestellt haben (und die jetzt vielen Hauskäufern aufgrund von Denkmalschutzauflagen wahrscheinlich schlaflose Nächte bescheren).

Als erstes waren wir in der Tourist-Info am Markt. Es gab jede Menge Informationsmaterial zum Thema Wandern und über die Gegend sowie über den Naturpark „Terra Vita“. Der liegt im Osnabrücker Land. Das war echt toll! Terra Vita hat ein richtig tolles Marketing und über das ganze Jahr hindurch viele unterschiedliche Angebote an unterschiedlichen Orten. Ich stehe total auf solche Infos.

Letztlich profitieren die Seite und damit die Nutzer auch davon, dass ich eine große Sammlung an solchem Material habe, die jetzt noch viel größer ist. Auch für Kinder gibt es ein paar tolle Sachen in Quakenbrück, , zum Beispiel einen Flyer zur „Hase-Helden-Tour Quakenbrück“. Die ist 2 Kilometer lang, für Kinder gut zu machen und führt zur Sohlengleite der Hase. Falls ihr jetzt so ein Bild von einem Hasen im Kopf habt, der auf einer Bananenschale ausrutscht… entdeckt den Pfad!

Dazu habe ich eine Station dann im Stadtpark gefunden. Solltet ihr irgendwann Langeweile haben und nicht wissen, was ihr mit den Kindern anstellen sollt, der Tierpark ist als Familie schlichtweg unerschwinglich, Freizeitpark ebenfalls und im Indoorspielplatz fallen euch die Ohren ab: Quakenbrück ist einen Besuch wert! Was die Bahn angeht, hält der R18 (Wilhelmshaven – Varel – Rastede – Oldenburg – Huntlosen – Bramsche – Osnabrück) dort.

Ihr könnt den Weg nehmen, Frösche entdecken, es gibt Labyrinthe auf Federn in der Stadt, viele, viele alte Häuser – entdeckt sie einfach! Wer nicht der „Hase-Helden-Tour“ folgen möchte, kann sich das Heft zum „Poggenpad“ aus der Tourist-Info holen und einen Rundgang mit 30 Stationen an vielen alten Häusern machen und dabei Fröschen und auf dem Boden montierten Schildern folgen. Die Beschreibung des Poggenpads und damit von vielen alten Häusern bekommt ihr auch auf plattdeutsch und französisch

Richtig witzig fand ich auch das Denkmal vom „Steuerbürger“ vor dem dortigen Finanzamt. Natürlich mit „armer Hund“. Toll sind auch kleine Labyrinthe auf schweren Federn, die an einigen Stellen montiert sind. Im kleinen Stadtpark findet ihr neben einem Kinderspielplatz ein paar Sportgeräte und tatsächlich eines davon ist zum „Rückenschrubbeln“.

Da Quakenbrück eine gut erhaltene historische Altstadt hat, findet man zwischendurch Gaststätten, die es schon seit weit über zweihundert Jahren gibt! Falls ihr gerne in solche Lokale geht und Fans von Hörbüchern seid: hört euch doch mal „Eine kleine Geschichte der Trunkenheit, der Homo alcoholicus von der Steinzeit bis heute“ von Mark Forsythe an. Die gibt es unter anderem bei Audible und weil Jürgen von der Lippe das Buch vorliest, ist es einfach nur unglaublich grandios. Selbstverständlich auch lehrreich.

Natürlich gibt es auch in Quakenbrück massive „Bausünden“ aus Zeiten, wo man das ganz Alte für eher wertlos gehalten hat. Ein Architekt, der sich auf historische Häuser spezialisiert hat, hat irgendwann mal erklärt: „Denkmalschutz ist das Bewahren des Feuers – nicht das Hüten der Asche!“. Ich habe darüber lange nachgedacht und im Sinne des Architekten bedeutet es, dass es zwar richtig ist, so viel historische Bauten zu erhalten, wie es geht – aber manchmal geht es halt nicht oder nicht ganz und dann sollte es einen klaren Stilbruch geben. Wie der aussieht ist leider dann oft Geschmacks- und vor allem auch Geldfrage.

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Recht und Ordnung; vom Zentralregister und Hundesteuern

So ganz ohne eigenen Hund und mit Jobhund in Urlaub, habe ich den „Adelsdackel“ mit auf Tour genommen. Mittwoch war er mit mir unterwegs, Joey bei der Kämmerei (Hundesteuer) und beim Hunderegister abzumelden. Das sitzt in Oldenburg und da wollte ich sowieso hin.

In Niedersachsen müssen alle Hunde seit 2003 beim Zentralregister angemeldet werden. Also „eigentlich“, weil im Endeffekt werden es nicht alle, wenn man den ganzen Such- und Fundmeldungen glauben darf, dass ein Hund zwar einen Chip hat, aber nicht registriert ist. Es reicht nicht aus, den Hund nur bei Tasso registriert zu haben. Tasso ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das Zentralregister eine staatliche Einrichtung. Über den ausgelesenen Chip kann auch beim Zentralregister nach einem Halter gesucht werden.

Plüschdackel vor dem Schild "GovConnect, IT.spezialsiten für Verwaltung"

Was passiert, wenn ihr den Hund dort nicht angemeldet habt? Das ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldbuße von bis zu 10 000 Euro bestraft werden. Diese Summe wird wohl eher weniger aufgerufen, aber es kann durchaus sein, dass bei einer Abfrage einer Chipnummer beim Zentralregister die keinem Halter zugeordnet ist, dann später nachgefragt wird, wer denn bitte der Halter des unregistrierten Hundes ist. In OPR hätte es mich rund 270 Euro gekostet, falls Joey abgehauen und ins Tierheim gebracht worden wäre (dass dort so derbe am Arsch der Welt ist, dass ich ohne Auto nicht mal hingekommen wäre). Wäre dann noch ein Bußgeld wegen eines nicht-angemeldeten Hundes dazu gekommen… das wäre dann wohl mehr gewesen, als Joey gekostet hat.

Falls ihr noch nie etwas vom Niedersächsischen Hunderegister (klick mich, ich bin ein Link) gehört habt, bekommt ihr hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Übrigens wird es auch teuer, wenn euch das Ordnungsamt mit einem nicht bei der Stadt/Gemeinde angemeldeten Hund erwischt. Die Anmeldung bei der Stadt/Gemeinde ersetzt nicht die Anmeldung im Zentralregister! Das sind zwei ganz unterschiedliche Dinge! Es mag ja sein, dass ihr bislang das Glück hattet, noch nie kontrolliert worden zu sein (weil in manchen Städten die Parkraumbewirtschaftung einfach viel lukrativer ist), aber das ist nicht überall so. Als wir in Wuppertal gewohnt haben, haben sich mindestens zwei Stellen im Ordnungsamt durch die Bußgelder bei den Hundekontrollen ergeben. Es wurden sowohl Steuermarken als auch das Mitführen von Kotbeuteln kontrolliert. Wer übrigens den Passus „gut sichtbar am Hund…“ für die Marken in die jeweiligen Ordnungen geschrieben hat, hat wahrscheinlich selbst nicht unbedingt einen Hund, der herumtobt und sich im Matsch oder was auch immer wälzt.

Bei Muffbeuteln ist es – laut Aussage des Kämmerers der Stadt Neuruppin – so, dass man „So viele Kotbeutel dabei haben muss, dass man immer noch einen in Reserve hat, wenn man wieder zu Hause ist“. Um das zu demonstrieren, zog er dann als selbst Hundehalter einen während einer Ratssitzung aus seiner Hosentasche. Üblicher Weise fängt dann das Bußgeld bei 20 Euro an. Davon bekommt man mindestens einen Jahresvorrat an Muffbeuteln! Entsorgt ihr die übrigens nicht in einen Mülleimer, sondern schmeißt sie irgendwo ins Gebüsch und werdet dabei erwischt, fällt das unter illegale Müllentsorgung – und das kann dann problemlos eine dreistellige Summe werden.

Die Hundesteuer ist eine „Luxussteuer“ und Sache der Stadt bzw. Gemeinde, in der man wohnt und den Hund hält. Zwar sind die tatsächlichen „Luxussteuern“ 1992 abgeschafft bzw. in andere Steuern umgewandelt worden, aber weil die Hundesteuer etwas ziemlich individuelles ist, benutzt man dafür oft noch den Begriff „Luxussteuer“. Erstmals tauchte eine Hundesteuer übrigens um 1500 als „Hundekorn“ auf. “Das Finanzamt hat mit Hundesteuern nichts zu tun. Es gibt Städte und Gemeinden, die in ihrer Satzung festgelegt haben, dass es für bestimmte Hunde eine Befreiung oder Ermäßigung der Hundesteuer gibt. Das trifft dann z. B. Auf Arbeitshunde (Polizei, Rettungsdienst, Hundestaffel, Jäger, Schäfer) zu, kann aber auch für Assistenzhunde gelten oder für Hunde von Behinderten und/oder Senioren. Es lohnt sich jedenfalls, da mal genauer nachzuschauen.

Als Luxussteuer fließt die Hundesteuer in den allgemeinen Haushalt. Aus dem allgemeinen Haushalt werden generell alle notwendigen Ausgaben einer Stadt/Gemeinde bezahlt, egal ob Spielplätze oder Bauhof. Was aber NICHT bedeutet, dass man von „ich bezahle Hundesteuer, also kann mein Hund überall hinkacken und irgendwer räumt es schon weg!!“ ausgehen darf. Ich meine, wer so argumentiert, sollte vielleicht mal darüber nachdenken, was er eigentlich für ein Menschenbild hat. Wenn er gerne zurück ins Mittelalter möchte, herzlich gerne. Aber da wäre er vielleicht selbst „Abtrittsanbieter“ gewesen oder hätte die Scheiße anderer Menschen weggeputzt.

Es ist übrigens toll, wenn von einem Teil der Einnahmen die Infrastruktur für Hundehalter verbessert wird. Wenn es also Kotbeutelspender gibt, Hundeauslaufflächen, eingezäunte Freilaufbereiche, Infoflyer und so weiter. Ein anderer Teil fließt mehr oder minder indirekt auch in den Tierschutz. Denn Kommunen haben letztlich auch die Aufgabe, sich um Fundtiere zu kümmern – und diese geben sie gerne an ein Tierheim ab, dass dafür einen vereinbarten Betrag bekommt.

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Mit Hund ins Museum

Bislang geht so etwas hier in der Gegend ja vor allem im Museumsdorf. Da können Hunde problemlos mit rein. In anderen Museen ist das schon etwas problematischer, wenn man keinen ausgewiesenen Assistenzhund hat. Mein Lieblingsmuseum ist das Museum (Link) Natur und Mensch“ am Damm in Oldenburg. Da ich ohnehin nach Oldenburg musste, dachte ich, so ohne Hund kann ich dort ja jetzt mal wieder hin.

Derzeit gibt es auch eine absolut tolle Sonderausstellung über Säbelzahnkatzen. Säbelzahntiger klingt irgendwie auch nach ziemlich weit weg – oder? Falsch. Säbelzahntiger gab es vor vielen tausend Jahren auch genau hier in der Region. Zusammen mit Wollnashörnern und Co!

Seit Monaten geht es online ja immer mal wieder um den Megalodon, den Urhai. In der Ausstellung ist ein Abguss eines seiner Zähne zu sehen! Das ist tatsächlich super interessant, denn man kann sehr gut sehen, dass der Zahn gesägt ist. Genau wie die Zähne vom Säbelzahntiger. Warum die eine Sägekante haben (und wie die sich anfühlt)? Die Antwort findet ihr im Museum! (Oder irgendwo online).

Als ich meinen Eintritt bezahlt habe, habe ich mich nett mit den beiden Museumsangestellten an der Kasse unterhalten und gesagt: „Na ja, mein Hund ist leider gestorben, nun kann ich zumindest auch mal wieder ins Museum!“. Da wurde mir erklärt, dass es einmal im Monat dort einen Hundesonntag gibt. Und zwar (genau wie im Neandertal-Museum) jeden ersten Sonntag im Monat dürfen auch Hunde mit in das Museum! Der nächste Hunde-museums-tag ist am 7. September 2025!

Nutzt es aus! Mit der Sonderausstellung vor allem, wenn ihr Kinder habt, die auf Dinos und/oder Katzen stehen! Denn das ist letztlich auch eine Lernform, die ihr so schnell nicht noch einmal bekommt. Es gibt auch Erklärungen auf niederländisch in der Ausstellung, was ich auch ziemlich gut finde.

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Kremierungskosten unterschiedlicher Anbieter

Samstag habe ich eine Mail mit der Rechnung von Rosengarten Tierbestattung bekommen. Da Joey 22 kg gewogen hat, kostet die Einäscherung des Hundes 400 Euro. Wohlgemerkt: ich habe ihn selbst hingebracht und hole ihn auch selbst in einer Papiertüte wieder ab.

Ich habe dann an den Mitarbeiter vom Bestattungshaus gedacht, der uns damals beraten (und zum Teil voll angelogen) hat und der immer etwas von „Krema“ gefaselt hat. Ehrlich, wenn ich das Wort „Krema“ höre, denke ich an Kaffeewerbung und „Crema“ oder an Nivea. Aber bestimmt nicht an Einäscherung. Aber vor drei Jahren stand auf der Bestatterrechnung dann 480 Euro für die Einäscherung von Nick. Einem ausgewachsenen Menschen. Dass ich mit Joey dabei sein konnte, bis die Klappe vom Brennraum wieder unten war, hat nichts gekostet.

Es war toll geschmückt und die Mitarbeiter waren super nett und haben viele Fragen beantwortet. Da wir Junior selbst mit in den Sarg gelegt haben, hatte er auch viele Sargbeigaben – alles, was für ihn wichtig war, oder was uns für ihn wichtig war. Unter anderem Mais (und Bratwurst, Salami, Chips und Eier aus Altenoythe). Es gibt einen Haufen Witze über „mein letztes Essen soll Mais sein!“ und so. Die Realität: Mag sein, der Mais (wobei es kein Popcornmais war) poppt kurz in der Hitze auf. Aber eben nur einen Bruchteil eine Sekunde, bevor er verbrennt. Es riecht auch nicht nach Popcorn, Salami, Braten oder whatever, denn alle Gerüche verschwinden in der Filteranlage des Krematoriums.

Abschiedsraum im Krematorium, ein Sarg steht auf einer Schiene vor einer verschlossenen Ofenöffnung, es gibt als Dekoration Tücher und viele Kerzen. Im Vordergrund steht ein Hund

Wobei im Endeffekt halt noch der Sarg als Brennholz notwendig war, um einfach die notwendigen Voraussetzungen für eine so große Hitze zu schaffen, dass ein Körper halt bis auf die Knochen verbrannt werden kann. Knochen bestehen aus Mineralien, und die verbrennen nicht. Also keine Ahnung, ob Joey noch auf einen Stapel Kaminholz gebettet wird, damit die erforderliche Temperatur erreicht wird.

Ich könnte bei seiner Kremierung dabei sein, aber das würde 160 Euro zusätzlich kosten – und das ist einfach unfassbar viel Geld, über das sich manche Menschen gar nicht so viele Gedanken machen. Wenn ich ihn hätte abholen lassen, wäre auch das noch einmal in Rechnung gestellt worden. Hätte ich Joey am Wochenende oder einem Feiertag abgegeben, wären 60 Euro dazu gekommen.

Joeys Vorgänger, Farino, ist aufgrund unserer Lebensumstände damals nach dem Einschläfern in der Tierarztpraxis geblieben. Die kühlen die Tierkörper und dann kommen diese in die Verwertung. Das klingt brutal und ich hätte es mir auch anders gewünscht – aber es ist ein krasser Unterschied, ob 60 Euro für die Tierverwertung auf einer Rechnung stehen oder mehrere hundert Euro für Einäscherung. Hier in der Region übernimmt die OFK in Kampe die Verwertung von toten Haustieren und es ist völlig okay, wenn jemand sich dafür entscheidet! Die Tiere sind tot, die Seele weggeflogen… da ist kein Leben mehr drin. Jedenfalls nicht, wenn die vernünftig gekühlt worden sind.

Rosengarten (Klick mich, ich bin ein Link) ist aber in dieser Region übrigens nicht der einzige Anbieter für Haustierkremierungen – aber deutschlandweit der Größte. Es gibt noch Avalon (klick mich, ich bin ein Link) in Zetel. Die haben nicht so viel Werbung überall, keinen TV-Hundetrainer als Aushängeschild, bieten keine Extrakurse für Tierarztpraxen an und deshalb sind deren Betriebskosten günstiger. Hätte ich auch nehmen können – aber wenn man gedanklich komplett unter Druck ist und alles aus den Fugen gerät, ist einfach das präsent, was einem ständig in der Werbung begegnet.

Bei Avalon hätte die Kremierung 295 Euro gekostet, die Abschiednahme 25 Euro. Hätte ich den Hund abends, an Feiertagen oder am Wochenende abgegeben, wären 42 Euro in Rechnung gestellt worden – völlig okay.

Gleiches gilt für den Tierbestatter Argos (klick mich, ich bin ein Link) in Lingen, wobei diese Firma kein eigenes Krematorium hat, sondern einen Vertrag mit einem anderen Unternehmen, das sich wahrscheinlich in Badbergen befindet, da auch Pferdekremierung angeboten wird. Das Pferdekrematorium ist – genau wie Firma Rosengarten – in Badbergen. Bei Argos hätte ich für die Einäscherung 300 Euro bezahlt – und die Firma hätte immer noch daran verdient. Auch bei Argos hätte ich Joey persönlich hinbringen können, wäre es am Wochenende gewesen, hätte es 40 Euro gekostet. Auch völlig in Ordnung.

Es gibt bzw. gab irgendwo im „nördlichen Emsland“ noch ein Tierkrematorium. Das habe ich auch schon öfters bei Google Maps angezeigt bekommen – aber das scheint nach den Schlagzeilen in den Tageszeitungen dann von der Bildfläche verschwunden zu sein. Was wohl auch besser ist.

Bestattungen sind immer auch ein Geschäft. Egal ob für Tiere oder für Menschen. Es sind Firmen, die viel Geld investiert haben, dass sie irgendwie auch wieder reinbekommen möchten – und noch etwas mehr oben drauf, damit die Mitarbeiter ein Dach über dem Kopf und etwas zu Essen haben. Aber letztlich entscheidet oft der Zugehörige/Angehörige oder eben der Besitzer, wieviel Geld er wo ausgibt und in wieweit er sich vorher über unterschiedliche Möglichkeiten informiert hat. IHR seid jetzt definitiv klüger als ich am letzten Freitag. „Lehrgeld“ zu blechen, gehört zu meinem Leben dazu. Es ist schön, wenn ihr irgendwann vielleicht die Möglichkeit habt, genau das zu vermeiden!

Es gibt den Bundesverband der Tierbestatter (klick mich, ich bin ein Link), dort könnt ihr Tierbestatter nach Regionen suchen und euch generell genauer über das Thema informieren.

Übrigens: Abdrucksets für Pfoten gibt es für deutlich unter 10 Euro bei Amazon! Das funktioniert total super und die Hundepfoten sind auch nicht eingesaut oder so. Meine Tochter hatte vor ein paar Jahren welche bestellt und dann auch einen Pfotenabdruck von Joey genommen. Das ist ein Stempelabdruck, die für Gipsabdrücke kostet etwas mehr.

Ebenso bekommt ihr bei Amazon Ascheanhänger für Haustiere. Oder für ein paar Fellhaare. Diese Anhänger kommen mit einem winzigen Trichter, so dass etwas Asche umgefüllt werden kann – und manchmal kann man die auch gravieren lassen. WENN ihr so etwas macht, faltet vorher ein DIN A 4 Blatt auf DIN A 6 (also quer und längs), klappt das auf und macht es auf dem Blatt. Denn ein Teil der Asche geht immer daneben und es ist mit dem Blatt einfacher, die wieder in den Beutel zu verfrachten. Bei den Urnenanhängern seid ihr ab etwas über 10 Euro dabei und habt generell eine große Auswahl.

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Und dann ging es ganz schnell

Tja, manchmal kommt es so völlig anders, als man denkt. Dienstag habe ich mich Joey noch schier unglaubliche 10.000 Zugriffe auf diese Seite gefeiert und mich total gefreut und darüber sogar ein paar Tränchen vergossen, weil das einfach so unglaublich ist – und ich in dem Moment einfach auch Junior vermisst habe. Dann hatten wir noch tolle Touren in Molbergen und am Donnerstag nachmittag in Lorup auf dem Katteekerpad und dem Trimmpfad dort. Die wollte ich hier eigentlich diese Woche noch vorstellen.

Das Bild ist übrigens von letztem Sonntag, dem 3. August. Ich schiebe das mal eben hier ein um euch etwas zu erklären: Was stimmt hier nicht? Jeder normale Mensch würde sagen: „Wieso? Ist doch alles in Ordnung!“ – ist es aber eben NICHT. Joey ist so gut wie nie durch Pfützen gelaufen. Das fand er total blöd. Wasser, schwimmen – nein, nicht sein Ding. Wenn er also plötzlich aus eigenem Antrieb extra durch so eine Pfütze läuft, dann stimmt etwas nicht. Genauso wenn ihm zwischendurch die Beine weggesackt sind – es mag sein, dass es alten Hunden mal passiert, aber bei Joey ist es ein untypisches Verhalten gewesen. Ankommen, einen FEUCHTEN WASCHLAPPEN faktisch einfordern um das Gesicht abzuwaschen: untypisches Verhalten. Er hat es vorher gehasst. Es waren viele Dinge, die in letzter Zeit zugenommen haben und mir klar gezeigt haben, dass da etwas in ihm richtig schief läuft – und eigentlich… das mit dem Abkühlen, auch das kenne ich von Junior mit seiner Krebserkrankung. Vertraut also bei Bedarf eurem Instinkt, wenn es um euren Hund geht!

Hund läuft durch eine Pfütze

Zurück zum eigentlichen Text: Dann kam der Freitag und erst schien alles wie üblich zu sein, Joey hat vor meinem Bett übernachtet, war kurz draußen, ist ins Bad gekommen um sich durchkraulen und – das hat sich auch in den letzten zwei Wochen eingebürgert, sein Gesicht mit einem Waschlappen abschrubben zu lassen, damit die Augen sauber werden, ist in die Küche gekommen, hat sein Futter angeschaut, dann mich nach dem Motto: „Ist DAS dein Ernst?“ und dann hat er sich auf seine Matte gelegt und gedöst.

Gegen 10:30 Uhr habe ich mich fertig gemacht, ihm zugerufen, dass wir los müssen, Yoshi abholen und dann vom Bad aus gehört, wie er mehrfach weggerutscht ist. In die Küche gesprintet und gesehen, er liegt auf dem Boden und kommt nicht hoch. Okay, kann passieren.. also Platz gemacht und versucht, ihm hoch zu helfen. Ging nicht. Nichts zu machen. Ein Handtuch geholt, unter dem Hund durchgezogen… hoch… null Muskelspannung in den Beinen, der Kopf fing an zu wanken und… Moment… was war mit seinen Augen? Das nennt sich Nystagmus. Die sind immer hin und her gewandert. Das kannte ich schon von Junior her, Hirndruck und Trallafitti, aber nicht so krass! Joey wusste selbst nicht, was eigentlich los war.

Also beim Tierarzt angerufen, uns als Notfall angemeldet, kurz ein Referenzvideo vom Nystagmus gemacht, falls mir nicht geglaubt wird, Auto quer vor die Haustüre gefahren, dicke Hundematte hinten rein und dann war es wie bei Junior, als der ohne Muskelspannung im Bad zusammengeklappt ist und ich irgendwann kurz davor war, die Feuerwehr zu rufen, damit mir jemand verdammt noch mal hilft. Ich habe Joey auf ein großes Handtuch gelegt und versucht, ihn damit so weit es geht zu ziehen. Dann so gegriffen, dass ich ihn halbwegs tragen konnte und ins Auto gewuchtet. Das war unschön, tat mir leid, war aber nicht anders zu managen. 10 Minuten später waren wir bei der Tierarztpraxis, ich habe nach Joey geschaut, der nur wankend den Kopf gehoben hat und ziemlich viel gekotzt hat, d. h. reguriert, war ja das gelbe Zeugs und es gibt einen Unterschied zwischen richtigem kotzen und regurieren bei Hunden.

Ich habe dann gebeten, Joey im Auto einzuschläfern. Denn es war das humanste und Beste, was ich für ihn tun konnte. Es hat mich so derbe viel an Nick und seine Krebserkrankung und die ganzen Folgen erinnert. Eigentlich wäre ich Montag mit Joey ein paar Tage in Richtung Gießen zu meiner Tochter gefahren, Oma sein. MITTWOCH habe ich noch an den letzten Aufenthalt mit Nick dort gedacht, das war zur Taufe der Mädels – Nick ging es schon nicht mehr gut und wir haben den Aufenthalt auch verfrüht abgebrochen, weil er im Hotel nur noch gekotzt hat, ich bin die Nacht durchgefahren, damit wir wieder nach Hause kommen. Ich habe MITTWOCH also gedacht: „Hoffentlich geht das mit Joey gut…“ – und hatte Freitag im Prinzip dann etwas ähnliches. Sogar die Kotze hat sich von der Konsistenz her geähnelt.

Ich habe Ferreira gestreichelt, als sie eingeschläfert wurde (Säugeleistentumor), ich habe Farino gestreichelt, als er eingeschläfert wurde (schwer Herzkrank), ich habe vor drei Jahren meinen Sohn gestreichelt, als er seinen letzten Atemzug gemacht hat und der Hirntumor gewonnen hat – und Freitag Joey. Ich habe in den letzten Wochen immer schon gesagt: „Der schmiert langsam ab!“. Aber das Freitag innerhalb kürzester Zeit? Sachlich gesehen absolut krass. Die Tierärztin hat erklärt, das wäre eine Sauerstoffunterversorgung des Gehirns. Ohne die Zusatzdiagnose von ihm etwas, das behandelbar wäre. Ich werde seit Jahren mit neurologischen Berichten konfrontiert – eine O2-Unterversorgung des Gehirns über einen längeren Zeitraum beinhaltet fast immer bleibende Schäden. Lediglich wenn die Personen faktisch eine Zeit wie tiefgekühlt waren, besteht die Chance, da langfristig ohne Schaden bei weg zu kommen. Was würde es also für einen Hund bedeuten?

Also ist die Tierärztin durch den Berlingo geklettert um Joey im Auto auf der Matte liegend einzuschläfern und ihm jeglichen weiteren Stress und weiter Qualen zu ersparen. Dafür bin ich echt super dankbar, auch wenn ich Rotz und Wasser geheult habe. Danach habe ich die Matte mit dem Hund drauf so hingezogen, dass ich Yoshi abholen konnte. Der hat ja auf uns gewartet. Ich habe meine Chefin angerufen, erklärt, was passiert ist und dass ich Yoshi später abhole und von ihr aus in Badbergen bei Rosengarten anrufe, dass ich meinen Hund abgeben möchte. Ich hätte Yoshi unter diesen Umständen nicht abholen müssen. Aber Yoshi hat auf mich gewartet, wie er es jedes Mal tut. Es war für uns beide wichtig – auch wenn an dem Tag dann alles anders war.

Es war letztlich auch irgendwo eine brutale Tour, denn es ging ja vom Tierarzt aus fast direkt zum Tierkrematorium – und das alles eigentlich ungeplant und in den Klamotten, die ich halt anhatte – weil ich mich nicht mal mehr umgezogen habe, als es Joey so mies ging. Natürlich klingt es auch krass, einschläfern lassen und sofort zum Krematorium. Aber: es war freitag, es war UND IST warm, gerade im Auto. Was glauben etwaige Kritiker eigentlich, was mit so einem Tierkörper bei der Wärme passiert?

Ich sag´ mal so, zu den legendären Storys in unserer Familie gehört die Kuh, die im Sommer ein paar Tage liegen musste, bevor der Kadaverwagen mit einem Fahrer auftauchte, der offensichtliche noch nicht so lange im Job war und ob der Hitze die Fenster offen gelassen hatte, als er die Kuh mit dem Kran verladen wollte. Das wurde dann wohl SEHR ekelig und er durfte die Fahrerkabine gründlich putzen. Unterschätze nie Sommerhitze und tote Tiere. NIE. Egal wie lieb du das Tier hast, wenn es nicht ins Gemüsefach passt oder du keine Tiefkühltruhe hast, werde es so zügig wie möglich los. Du möchtest kein aufgedunsenes Tier und eine Schmeißfliegenplage mit Maden. Nicht zu Hause, nicht im Auto. So einfach ist das.

Firma Rosengarten liegt etwas außerhalb von Badbergen und hat mich echt durch ein superschönes Ambiente beeindruckt. Yoshi hat mich begleitet und erst einmal rumgebellt – und ich war total beeindruckt, wie professionell und lieb die Mitarbeiterin das alles gemanagt hat. Auch eine Wasserschüssel stand für ihn schon im Besprechungsraum bereit. Es war echt toll und ein nettes Gespräch bei dem auch schnell klar war, dass ich keine Urne möchte. Ein Pfotenabdruck steht schon seit Jahren im Schrank und Fotos gibt es ebenso massig von ihm. Ich hole Joeys Asche auch selbst wieder ab und verbinde das mit einer Hunderunde oder so, das Artland ist auch absolut schön und sehenswert. Vor allem, wenn man nicht am heulen ist.

Nach dem ganzen Formalienkram und einem netten Gespräch wurde mir erklärt, wo ich mit dem Auto hinfahren muss, damit Joey in die Kühlung kommen kann. Zusammen mit der Mitarbeiterin war das auch kein Problem, der Rollwagen hat super an die Ladekante vom Berlingo gepasst und so konnte Joey problemlos umgelagert werden. Er war noch kuschelig warm auf der Seite, auf der er gelegen hat – und das ist echt hart gewesen. Vor der Kühlkammer gibt es noch eine kleine Abschiedsnische für ein letztes „See you in heaven!“.

Yoshi braucht oft ein bisschen um über Dinge nachzudenken. Das ist voll okay – und so hat er auch etwas gebraucht um die ganzen Ereignisse zu verarbeiten. Die vollgekotzte Matte habe ich zusammengelegt und ohnehin hat Yoshi auf dem Platz gesessen, auf dem Joey sonst immer war. Der sich nicht mehr bewegt hat, auf ein Rollding gepackt und weggerollt wurde. Dessen Geschirr und Leine abgenommen und ins Auto gelegt wurden. Und dann habe ich auch noch immer wieder geheult. Schon komisch. Auf der Rücktour habe ich einmal an einem schattigen Platz gehalten und Yoshi raus gelassen und dann waren wir noch ein kurzes Stück an der Großen Hase laufen, das lag auf dem Rückweg.

Tja, und nun ist… die Wohnung viel stiller. Noch stiller als ohnehin. Das Auto ist geschrubbt und stinkt nicht mehr nach Kotze, die Hundesachen gewaschen, ich bin überwiegend vor allem müde und leer. Ich ohne Hund? Das geht schlichtweg nicht gut. Farino und Joey haben mir oft genug den Ar***llerwertesten gerettet, allein dadurch, dass es sie gab. Sie haben für Struktur, Sicherheit und eine Aufgabe gesorgt – anstatt dafür, dass ich aufgebe. Nicht nur Krebs ist ein Arschloch, PTBS ist es auch.

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Von Joey, Krebs und hilflosen Gefühlen

Das Leben ist manchmal irgendwie unfair. Oder merkwürdig, oder was auch immer. Montag hatten wir die Nachbesprechung beim Tierarzt zu einer Biopsie. Das nun auch mein Hund Krebs hat, wusste ich schon seit einer Woche – und unter anderem deshalb habe ich den Buggy für den Hund. Es ist für mich auch – und das mag brutal klingen – NICHT SCHLIMM, dass er Krebs hat. Im Endeffekt hat mir vor drei Jahren ein Chirurg im Pius gesagt: „Respekt. 20 Jahre Palliativpflege – das muss man auch erst einmal fertig bringen!“. Ein paar Monate später ist Junior an seinem zweiten Hirntumor gestorben. Wir waren zum Schluss 9 Tage zusammen auf einer Palliativstation, Betten nachts zusammengeschoben. Das Team der Station war ebenfalls beeindruckt, dass ich die ganze Zeit dort geblieben bin und mich gekümmert habe.

Das auf dem Bild ist übrigens Nick vor dem Sacco-Cart, einer Hundekutsche, die ICH gezogen habe. Damit waren wir geländegängig. Das war auch eine der ersten Touren damit, weil da noch der Pulka-Bügel am Zuggestänge ist. Der wurde später abgesägt. Für Hunde ist der Bügel super, für Menschen ist er unbequem. Gleichen Bügel nutze ich zwischendurch für Joeys Buggy. Bretonen sind übrigens zu klein für die Hundekutsche.

Junger Mann auf Wald weg vor einer Sacco-Cart Hundekuttsche

Dann sind im letzten Jahr binnen 12 Monaten 6 Menschen aus meiner Familie gestorben, mal unter mehr, mal unter weniger hässlichen Umständen. Darunter meine Eltern. Das Joey Krebs hat, ist für mich deshalb „nicht schlimm“, weil ich einfach keine Kraft mehr habe, mich über so eine Scheiße aufzuregen. Ich WILL es einfach nicht. Es bringt nichts, sich darüber aufzuregen.

Ich möchte lieber Lösungen finden, die Joey die Zeit, die er noch hat – und wie lange das sein wird, weiß keiner – bei Bedarf erleichtern. Wobei ich den ganzen Schwurbeletti-Krempel schon mit Nick durch habe. Es besteht kein Bedarf an Superduper-Wundermitteln. Da wundert man sich nur, wohin die Kohle geht, dass es dem Hund nicht hilft und was für ein wunderbares Leben die Verkäufer von so einem Kram haben.

Die größte Erleichterung ist bislang der Hundebuggy. Darüber habe ich schon geschrieben. Eine andere, die es ohnehin gibt und auf die jetzt noch etwas mehr geachtet wird ist, dass es „Schlabberpampe“ über das Trockenfutter gibt. Das macht das Futter besser verdaulich, sorgt für noch mehr Flüssigkeit und erleichtert letztlich das Absetzen des Kotes.

Dann gibt es noch das Problem, dass viele Menschen mit Palliativ-Status einfach super betreut werden, Vitalwerte überwacht werden und so weiter. Für Angehörige ist das zwar schwer, schafft aber letztlich auch Sicherheit. Ich schreib´ mal so: es ist okay, wenn Joey keine zusätzlichen Medikamente bekommt – aber das Gefühl zu haben, irgendwie voll vor eine imaginäre Wand zu krachen weil eigentlich so GAR NIX Sache ist, ist nach palliativ guter Versorgung von Junior oder eben auch anderer Leute schon irgendwie blöd. Es verunsichert mich auch. Ich bin mir sicher, ich bin nicht die einzige Hundehalterin, die so etwas verunsichert.

Also habe ich überlegt, was ich machen könnte, damit es MIR besser geht und wie ich eine meiner Hauptsorgen um Joey – nämlich seine Sauerstoffversorgung unter Belastung – besser abschätzen kann. Denn ich gehe davon aus, dass die Lunge auch betroffen ist. Online liest man immer von „Röntgenaufnahmen der Lunge“. Das Problem ist aber, dass eine Röntgenaufnahme unter Narkose gemacht werden müsste – und zum Einen hat der Hund eh schon Stress in der Tierarztpraxis – und das Narkoserisiko bei Hunden ist gar nicht mal so ohne. Schon bei einer Narkose kann es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand beim Hund kommen. Je älter und unfitter der Hund, desto problematischer eine Narkose. Und letztlich: für was eigentlich? Um ein paar Schatten auf einem Bild zu sehen, zu wissen: ja, da gibt es Metastasen, aber wir machen halt nix?

Bei Menschen gibt es Fingerpulsoxys. Die messen Puls und Sauerstoffversorgung des Blutes. So ein Ding habe ich sogar – und die werden sogar mitunter bei Hunden angewendet – wenn die in Narkose sind, werden die an die Hundezunge geklippt. Geht richtig gut. Aber… ihr könnt euch denken, dass kein Hund begeistert wäre, wenn man ihm die Zunge aus dem Maul zieht und das Teil anklippt, wenn er nicht narkotisiert ist. Also Ohr. Da funktioniert der Fingerclip aber nicht, weil der Sensor genau zwischen den Scharnieren liegt. Das habe ich ausprobiert.

Es gibt aber die Version für Tiere und das mobil. DAS würde mir echt helfen, Joeys Situation besser einzuschätzen. In einer Rezension (der Rezensent brauchte es für seinen herzkranken Hund) stand, es wären umgekehrt 1 1/2 Tierarztbesuche. Okay. Also warte ich jetzt auf ein Pulsoxy für Hunde, dass ich auch unterwegs einsetzen kann.

Davon werde ich euch dann auch berichten 🙂

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Auf Parkplatzsuche…

Derzeit bin ich dabei, eine Liste mit Wander- und ähnlichen freien Parkplätzen der Region zu erstellen. Letztlich werden die meisten Startpunkte zu Touren ja mit einem Auto angefahren und wenn in diesem Auto dann noch Hund(e), Kinder etc. sind, dann ist es besser und sicherer, von einem vernünftigen Parkplatz aus zu starten.

Landkarte mit blau markierten Parkflächen und darüber liegt ein A4-Blatt mit handschriftlichen Notizen wo Parkplätze zu finden sind und ein Kuli

Außerdem verringert sich so definitiv die Gefahr, irgendeinem Landwirten massiv auf den Schlips zu treten, weil er mit einem breiten Gespann in einen Weg möchte, der anno dunnemals für Trecker völlig ausgereicht hätte, nun aber deutlich knapp ist – und „mal eben zur Seite ausweichen“ ist halt oft auch nicht einfach drin, weil Seitenbankette kaputt, Graben zu dicht dran, Bäume und Sträucher etc. pp.

Also habe ich gedacht: Mache dir eine Liste und kringel dir auf einer Karte alle Parkplätze an, von denen man gut starten kann! Denn ihr glaubt doch nicht etwa, dass auf Google Maps alle Wanderparkplätze zu finden sind!? Weit gefehlt!

Mittlerweile habe ich schon echt einen ganzen Haufen Parkplätze zusammen – aber wie das halt bei einem Projekt wie Humpelkumpel so ist: ich bräuchte eure Hilfe! Bitte nennt mir Wanderparkplätze, Parkplätze an Trimmpfaden und ähnliches. Das wäre absolut klasse! Ihr könnt die gerne in einem Kommentar melden, Ort und Straße wären schon super, die Koordinaten natürlich noch viel besser. Für meine Liste hätte ich auch gerne noch die Hinweise, ob es dort in unmittelbarer Nähe Mülleimer, Muffbeutelspender, eine Toilette oder einen Kinderspielplatz gibt. Das würde mir die Arbeit wirklich sehr erleichtern.

Falls ihr Instagram, Threads oder Facebook habt: auch dort könnt ihr mir gerne Hinweise geben! Im Umkehrschluss pflege ich die Listen dann gerne später auf den Landkreisseiten mit ein, dann hat jeder etwas davon. Denn eigentlich hört es sich ja ganz einfach an, „Wanderparkplätze auf einer Karte ankringeln und in eine Liste schreiben“ – oder? Das Blöde ist einfach – es IST NICHT einfach. Natürlich weiß ich, wo viele Parkflächen sind, von denen aus man tolle Touren machen kann. Aber oft muss ich dann auf der Karte trotzdem suchen. Dann bei Google Maps suchen, wie die Straße dort eigentlich heißt. Wenn ich dann schon einmal dort war, mich erinnern, ob es Mülleimer, Muffbeutel, Toiletten, eine Hütte oder eben auch einen Kinderspielplatz in unmittelbarer Nähe gibt.

Foto zeigt einen Laptopmonitor mit einer Liste, daneben eine Landkarte der Region mit blau eingemalten Punkten und darunter ein A4-Blatt mit handschriftlichen Notizen wo Parkplätze sind

Echt, das dauert. Stunden. Ich habe mittlerweile mindestens 10 Stunden über mehrere Tage verteilt nichts anderes gemacht als diese Parkplätze rauszusuchen. Aber: es ist für einen guten Zweck.

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Essen – ohne Zeche und Kohle

In meiner Kindheit gab es einen Bahnwitz: „Ein Mann geht zum Fahrkartenschalter und sagt: Essen, Oldenburg, Immer hin und zurück!“. An den habe ich gedacht, als es uns gestern nach Essen verschlagen hat. Also in das „kleine Essen“ im Landkreis Cloppenburg. Tatsächlich gibt es dort noch einen Bahnhof.

Blick zwischen Bäumen über Getreidefelder auf ein hellbraunes großes Fabrikgebäude der Firma RUF

Viel lustiger fand ich allerdings, dass am Rand von Essen sowohl „Danish Crown“ liegt als auch „RUF“ (Quakenbrück). Rund um Essen wird Essen produziert. Würde Firma RUF (auf dem Bild oben im Hintergrund zu sehen) ihren Sitz gar in Osteressen haben, hätte es mich wohl umgeschmissen vor Lachen. Wie viele Osterkuchen wohl mit deren Backmischungen gebacken werden? Wie viele Puddings angerührt? Auch im „großen Essen“ im Rühr… äh… Ruhrpott? Danish Crown ist eine internationaler fleischverarbeitender Konzern. Wenn ihr fertig verpacktes Fleisch aus Kühltheken im Supermarkt kauft, kann es gut sein, dass es von Danish Crown kommt.

Die Arbeit unter Tage in den Kohleflözen und die Arbeit in den Stahlgießereien im „großen Essen“ war unglaublich anstrengend und die Arbeiter im Pott haben sich ihre benötigten Kalorien unter anderem durch ordentliche Fleischportionen besorgt. Dazu gehört natürlich auch Wurst, deren Grundlage hier in der Gegend in vielen Ställen wächst und gedeiht. Im Endeffekt hat also am Anfang auch das Ruhrgebiet mit seinem hohen Fleischbedarf mit dafür gesorgt, dass hier große Ställe entstanden sind und aus dem „Armenhaus Deutschlands“ eine Region wurde, der es mittlerweile trotz allen Widrigkeiten recht gut geht.

Blick zwischen Bäumen über ein Getreidefeld zu anderen Bäumen

Auf Social Media entbrennen regelmäßig erbitterte Kleinkriege zwischen Veganern und Fleischessern. Ich sehe es letztlich so: Man kann sich in der Tierhaltung und bei der Ernährung über verdammt viel streiten. Aber grundsätzlich würde es viele Protestler, Veganer etc. überhaupt nicht geben, wenn ihre Vorfahren nicht die Möglichkeit gehabt hätten, einen mehr oder minder bescheidenen Wohlstand aufzubauen. Sich Kinder leisten zu können, denen es „besser geht“. Kinder und Enkelkinder, die mehr Bildung und oft bessere Arbeitsbedingungen genossen haben – und genießen können, als ihre Groß- oder Urgroßeltern. Daran sollte man immer auch denken, denn es ist ein Teil unserer Landesgeschichte. Dass es ebenso jedem Protestler frei steht, es selbst besser zu machen und dafür ein enormes finanzielles Risiko und eine Wochenarbeitszeit von weit über 40 Stunden zu haben, mal ganz abgesehen. Denn im Endeffekt ist genau so etwas das „lauf doch erst einmal in den Schuhen eines anderen Menschen, bevor du über ihn urteilst!“. Aber… so sehe ICH das. Es steht selbstverständlich jedem frei, es anders zu sehen. Aber nun zu unserer Tour in Essen.

Da ich überlegt habe, dass es ziemlich viel Sinn macht, Touren ab Wanderparkplätzen etc. zu starten, habe ich geschaut, wo es so etwas in der Art dort gibt. Fündig geworden bin ich beim „Trimm-Dich-Pfad Essen“ am Calhorner Kirchweg. Dort findet ihr einen netten kleinen Parkplatz , zum Teil durch Bäume beschattet und an einem Bolzplatz/einer Wiese.

Gleich daneben geht es in den Wald auf den Trimm-Dich-Pfad. Was ihr beachten solltet: Auf dem Trimm-Dich-Pfad ist Leinenpflicht. Siehe das Bild oben. Das finde ich auch voll okay, denn es ist ein Sportparcours und kein Jogger oder so fände es witzig, von einem Hund angegangen zu werden. Egal wie groß der Hund ist. Grundsätzlich seht es bei diesem Tourenvorschlag bitte so, dass es ein „Hey, hier ist es toll, kommt her und macht für euch was draus!“ ist. Ihr könnt dem Trimm-Dich-Pfad folgen – aber ihr könnt irgendwann auch abbiegen und den Pfad verlassen. Der Wald ist groß genug um dort viele Wege erkunden zu können und die Gegend echt schön.

Kleines Fachwerkhaus mit geschlossenen Fensterladen im Wald

Als Ausflugsziel mit Kindern wo es halt kein superduper Spielplatz oder Freizeitpark sein muss, sondern wo man einfach mal raus will, ein bisschen rumabenteuern, ein bisschen Picknick machen, Hängematte aufspannen und rumbolzen: Ziemlich perfekt! Da die Stationen des Trimm-Dich-Pfades zum Teil aussehen, als ob sie aus dem Angebot für Erwachsene eines Spielgeräteherstellers kommen, kann ich mir gut vorstellen, dass auch Kinder Spaß dran haben. Nicht unbedingt so, wie auf den Tafeln erklärt, aber dennoch mit viel Spaß an Klettern, Schwingen, Balancieren etc.

Gleich neben der Karte vom Trimm-Dich-Pfad findet ihr ein kleineres grünes Schild auf einem Pfahl mit einem QR-Code. Das ist von der Erlebnisregion Hasetal, die einige Erlebnispfade zum Herumabenteuern in der Region austüfteln bzw. damit markieren.

Hinweisschild auf ein per QR-Code abrufbaren Text "Erlebnispfade im Hasetal" Ge(h)fährten

Ich hatte wieder den Buggy für Joey dabei, damit er bei Bedarf dort hinein kann. Mittlerweile habe ich auch schon etwas herumgetüftelt und festgestellt, dass die Zugschere vom Sacco-Cart, dass ich vor einigen Jahren als geländegängigen Rolli-Ersatz für meinen Sohn genutzt habe, auch an den Buggy passt. Allerdings: Solange er leer ist! Das vordere kleine Rad wird angehoben und ich kann den Buggy problemlos ziehen und die Hände frei haben. Für mich: PERFEKT! Wie schon mit der Hundekutsche wird die Zugschere mit Kletterkarabinern in die Schultergurte meiner Tasche eingehakt.

Ich hatte so mittlerweile eine Tour mit aufgeklapptem Buggy und in Essen hatte ich den zusammengeklappt und die Wasserflasche etc. in einer Tasche am Buggy befestigt. Es ist etwas schwerer zu ziehen, wenn er zusammengeklappt ist, weil dann das komplette Gewicht auf der Schere liegt. Ist er aufgeklappt, tragen die Achsen vom Buggy mehr Gewicht. Hat etwas mit Physik im Alltag zu tun.

Joey hat dann fast 2 Kilometer geschafft, bevor ich den Buggy umgebaut habe. Passender Weise war das genau bei zwei flachen Podesten, was mir den Umbau echt erleichtert hat. Das Zuggedöns habe ich unter dem Buggy entfernt und dann umgedreht über den aufgeklappten Buggy geschoben und dort außen mit den Kletterkarabinern befestigt. Das war so unproblematisch, dass Joey sogar wieder vorne einsteigen konnte. Direkt vom Podest aus. Reißverschluss zu, Tasche aufs Verdeck gestellt und los ging es!

Grundsätzlich war der Hauptweg zum schieben voll okay. Der Trimm-Dich-Pfad wäre in einen grasbewachsenen Weg abgebogen. Das wäre etwas schwerer geworden, aber ob der neuen Konstruktion und der Tatsache, dass mein Hund sich am Anfang erst einmal gegen eine Seite lehnt und mich anguckt, habe ich mich entschlossen, einfach weiter geradeaus zu laufen, bis wir die Straße erreichen. Denn die ist ebener als der Waldweg – und da wäre die Kippgefahr einfach zu hoch gewesen, wenn Joey sich an einer Seite abstützt. Auf der anderen Seite ist es einfach dann auch super anstrengend, das Gewicht von der eine Seite mit der Hand beim schieben auszugleichen, denn Joey wiegt rund 22 kg. Im Frühjahr habe ich meine Enkelin im Kinderwagen geschoben – und die wiegt weniger als die Hälfte von Joey. Es ist schlichtweg ein enormer Gewichtsunterschied. Und: lasst ihr zu, dass so ein Buggy mit Hund drin kippt, kann der sich nicht nur verletzen, sondern ihr verspielt schlichtweg das Vertrauen des Hundes. Wenn der danach nie wieder in das Teil rein will, ist das verständlich. Da könnt ihr den noch zu zulabern – das interessiert den einfach null. Der hat seine schlechte Erfahrung gemacht und das reicht dem völlig für den Rest seines Lebens.

Vom Wald auf die Straße, Blick über die Straße, von Wald umsäumtes Getreidefeld

Wie auf der Karte zu sehen, hätten wir nach kurzer Zeit von der Straße aus wieder in den Wald abbiegen können. Darauf habe ich verzichtet und dafür dann an der nächsten Ecke einen netten kleinen Rastplatz unter Bäumen gefunden, der sogar einen Mülleimer hat.

Danach ging es eine recht ruhige Straße ewig geradeaus. Auch hier zweigten mehrere Wege gen Wald ab. Ein Wiesenweg führte aber laut Komoot nicht ganz bis in den Weg und danach war ein schwarzer Pfad etwa gegenüber von Schweineställen eingezeichnet, der allerdings dann komplett zugewuchert war oder so, jedenfalls habe ich den nicht gesehen. Auf dem Bild seht ihr übrigens den Wald, durch den es auch hätte zurückgehen sollen, im Hintergrund. Was wir halt von der Straße aus gesehen haben, waren Greifvögel.

im Vordergrund ein Maisfeld, im Hintergrund Wald, darüber hellblauer Himmel mit Wolken

Nicht schlimm, irgendwann kommt die reguläre Abzweigung der Straße, mittlerweile brannte die Sonne durchaus etwas fies – aber die paar hundert Meter bis zum Auto haben wir dann auch noch geschafft. Ich habe vor ein paar Jahren ein Heckzelt für den Berlingo geschenkt bekommen und weil das nicht so ein großes Packmaß hat, habe ich es gestern noch ins Auto gepackt – aber nachdem ich die Türen und die Heckklappe aufgemacht habe und Joey ins Auto gesprungen ist um sich (trotz Wasser zwischendurch) auf den überschwappsicheren Wassernapf mit warmer Plörre zu stürzen, war ich erst einmal kaputt.

Danach habe ich das Heckzelt einfach nur als Sonnenschutz über die Klappe geworfen und notdürftig festgetüddelt, meinen Schaukelcampingstuhl rausgeholt und die Füße hochgelegt. Ich habe ja immer irgendwie viel Krempel dabei, aber gestern habe ich mich über die zweite Wasserflasche zum Gesicht waschen, eines der diversen Hundehandtücher und das trockene Ersatzshirt echt gefreut. Joey hat im Auto auf einer Kühldecke gedöst und ich im Schaukelstuhl – das Leben kann sooo schön sein!

Übrigens… Anmerkung in eigener Sache: die Seite hat mittlerweile innerhalb weniger Monate über 8000 Aufrufe. Vielen, vielen, vielen Dank! Das ist einfach klasse und ich freue mich total!

Hier seht ihr noch mal ein Bild mit der Zugdeichsel nach dem Umbau zum Schiebe-Buggy. Ich bin noch nicht ganz fertig mit ausprobieren und tüfteln, aber im Prinzip ermöglicht es so auch ein Umgreifen wenn es leicht zu schieben ist. Das ist gar nicht mal so verkehrt!

Und hier ein Beweis dafür, dass es den Ort tatsächlich gibt:

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