Kennt ihr diesen „Wooftag“-Anhänger, der viel beworben wird? Die Erfindung einer deutschen Hundemama? Etwas ähnliches, aber nicht so super stylisches, habe ich beim Asia-Gigaversandhandel gefunden. Ich war neugierig, habe die positiven Rezensionen bestellt und habe einen dieser Tags (Übersetzt als „Anhänger“) zum Ausprobieren bestellt.
Geliefert wird ein Anhänger, ein besserer Schlüsselring und ein Anleitungsfaltblatt. Ich habe mich für einen schwarzen Anhänger entschieden. Wie ihr auf den Fotos seht, ist auf der einen Seite eine Pfote und auf der anderen Seite ein QR-Code. Unter dem steht der Aktivierungscode. Aus Sicherheitsgründen habe ich auf dem Foto mit dem QR-Code den etwas übergemalt, aber es gibt einen. Laut Beschreibung enthält das Teil auch einen NFC-Transponder. Es ist allerdings KEIN GPS-Tracker! Ihr könnt NICHT auf einer Karte verfolgen, wo das Tier sich aufhält. Das ist eine ganz andere Technologie.
Wie funktioniert es aber jetzt? Ihr solltet euch ggf. gut lesbar folgende Dinge notieren: Den Aktivierungscode unter dem QR-Code und die Nummer vom Chip im Hund. Wenn ihr euch vorher ein Foto von eurem Hund heraussucht, wird es auch einfacher. Ebenso könnt ihr nicht nur eure eigene Telefonnummer eintragen, sondern auch eine zweite Notfallnummer und die Kontaktdaten von eurem Tierarzt. Praktischer Weise kann man auch die Steuernummer in einem der Mitteilungsfelder eintragen! Muss euer Hund Medikamente nehmen, hat er eine Erkrankung etc. – alles das kann eingetragen werden. Sogar die Impfungen. Aber das ist halt unnötig.
Ich habe erst einmal den QR-Code gescannt. Der leitet einen auf eine Internetseite weiter (also, falls ihr auf einer Blankoseite stecken bleibt, dann müsst ihr die Seite im Browser neu öffnen. Auf dem Handy findet ihr die Funktion hinter den drei Pünktchen oben rechts). Als erstes dürft ihr die passende Sprache auswählen. Es gibt über 10 verschiedene. Danach geht es mit der Registrierung weiter. Ihr müsst eure Mailaddy angeben, den Aktivierungscode unter dem QR-Code und ein Passwort.
Nachdem ihr die Registrierung in eurem Mailkonto bestätigt habt, geht es mit der Einrichtung weiter. Jetzt kommt ihr auf eine Seite, wo ihr auswählen könnt, WAS für einen ID-Tag ihr habt. Ob für eine Person, ein Tier (Hund, Katze, Pferd, Kaninchen…), ein Gepäckstück, Fahrzeug etc..
Wenn ihr dann Tier → Hund ausgewählt habt, könnt ihr das Foto hochladen, den Namen eintragen, die Telefonnummern, Dinge über euren Hund angeben (Rasse, Charakter, Farbe…) Chipnummer, Tierarzt…
Wenn ihr fertig mit dem Eintragen seid, speichert ihr alles. Ihr könnt auf euren ID-Tag-Account mehrere Tags speichern. Was bedeutet, ihr könnt sowohl mehrere Hunde, mehrere Geschirre/Halsbänder, (demente) Verwandte, Taschen, Schlüssel etc. mit diesen Tags versehen und habt dann alle unter einem Account. Ihr könnt bei allen Tags die Angaben irgendwann ergänzen oder korrigieren, kein Problem.
Als letztes bleibt euch noch, die Angaben durch scannen des Tags zu überprüfen und das Ding am Geschirr oder am Halsband zu befestigen. Ihr werdet dann beim Testen des QR-Codes direkt den Empfänger anrufen könnt (siehe Bild oben, der grüne Telefonhörer blinkt beim Aufrufen).
Ebenso werdet ihr dann auf eurem Mail-Account eine Mail vorfinden, dass der Hund gefunden wurde. Und lasst euch nicht von dem dort vorhandenen Bild von Google-Maps irritieren, sobald ihr darauf klickt, bekommt ihr den korrekten Kartenausschnitt!
So ein Winterwelpe lässt einen ja auch bei sehr kalten Temperaturen überlegen, was nun richtig ist. Mantel ja, nein? Da Jupp auch bei kalten Temperaturen von selbst raus möchte und durch den Garten jachtert, ist die Frage für mich mittlerweile halbwegs klar: Tagsüber gibt es draußen keinen Mantel. Dann reicht seine dicke Unterwolle.
Sind wir bei Frost in der Dunkelheit unterwegs, ist es deutlich kälter. Joeys alter Hundemantel passt ihm schon fast, hat aber keinen Durchlass für den Geschirrhaken. Wir haben die Tour einmal mit dem Mantel gemacht und spätestens als er seinen Kumpel Sammy gesehen hat, war es eher so ein „Priscilla, Königin der Wüste“ oder eben auch „Graf Zahl“-Ding, weil der Mantel umgeschlagen ist. Aber das kann halt nicht jeder Welpe und grundsätzlich auch nicht jeder Hund. Die tiefergelegten Rattler werden zum Beispiel sehr dick eingepackt, weil sie ja nicht sonderlich höher als ein Schuh sind.
Bild: Sabrina Sturzu/Unsplash
Also bleibt der dann auch weg. Was bleibt ist, dass wenn wir dann wieder reinkommen, er eine Schüssel warme Welpenmilch bekommt. Von dem Pulver ist noch so viel übrig, der wird noch ganz lange seine Schüssel Welpenmilch bekommen.
Was sich aber auch als gut erwiesen hat: Habt ihr eine Kühlbox? Egal ob mit oder ohne Stromkabelage: Die hält auch warm, wenn man z. B. Eine Flasche mit heißem Wasser hineinstellt. Und so kann sie z. B. Einen Hundebademantel kuschelig warm halten, bis man von seiner Tour irgendwo wieder am Auto ist. Sie kann auch Handtücher kuschelig warm halten, kleine Decken – und der Hund hätte sogar noch warmes Wasser nach der Tour. Kippt ihr euch Tee in die Flasche, habt ihr warmen Tee, packt ihr eine Wärmflasche rein, habt ihr etwas zum Füße anwärmen oder so.
Bild Jeffrey Brandjes/Unsplash
Eine andere Möglichkeit, euch nach einer Tour unterwegs etwas Heißes zu gönnen; sind natürliclh Thermoskannen. Die gibt es sogar mit Temperaturanzeige auf dem Deckel. So eine habe ich mir dann vor zwei Jahren angeschafft; nachdem es dann doch etwas blöde war, für eine Gruppe Kaffeewasser auf einem Kocher heiß zu machen. Für längere Touren kann man sich auch eine kleine Thermoskanne einpacken, was wahrscheinlich etwas einfacher ist als so einen modernen Stanleybecher zu transportieren -aber wir sind derzeit bei etwa 3 km und die halte ich ohne Kaffee aus. Aber: Es werden ja gerne Emaillebecher propagiert. Weil die einfach haltbar sind. Das Problem ist aber, dass man sich an denen total die Schnüss verbrennt. Heißer Kaffee in Emaillebechern bedeutet leider oft, dass man sich gefühlt Verbrennungen 3. Grades an den Lippen einhandelt. Deshalb kommen die nicht so tollen normalen Tassen gerne mit auf Tour. Teelöffel rein, Handtuch drumherum und die passt in die kleine Kühlbox noch mit rein.
Ich weiß, viele Leute haben supermoderne Autos mit Standheizung und so – das habe ich eben nicht. Mein Auto ist über 23 Jahre alt und ich kann jeden Tag beten, dass es bitte noch länger durchhält. Abgesehen davon gibt es ja auch die Fraktion Radfahrer. Egal ob mit Fahrrad, Fahrrad & Anhänger oder Lastenrad. Auch da freut man sich über etwas Warmes nach der Tour und wenn es nicht aus einem Coffee to go-Einweg-Pappbecher oder so kommt, umso besser.
Habt ihr auch irgendwelche Rituale mit eurem Hund? Also ganz abgesehen von dem Üben etc.?
Bei uns gibt es im Moment zwei Stück. Da ich noch so viel von dem Welpenmilchpulver habe, gibt es nach einer längeren Tour warme Milch für Jupp – und einen Kaffee für mich. Gerade bei dem kalten Wetter war das richtig gut und der Hund hat schnell verstanden, dass es warme Milch gibt, wenn wir aus dem Schnee wieder drin sind. Da Welpen eine höheren Energieverbrauch haben als ältere Hunde, ist das auch nicht so wild.
Das andere Ritual seht ihr auf dem Foto. Die „Goodie-Box“. Alles mögliche an Tierteilen, Stangen und Co in einer großen Box. Jeden Abend wird die Box hervorgeholt, ich suche zwei Sachen aus, zeige sie dem Hund (und wechsle sie dabei zwischen den Händen) und wenn er brav sitzt und sich den Zinnober angeschaut hat, darf er sich eines aussuchen.
Joey durfte aus der kompletten Box aussuchen und hat sich auch gezielt Sachen ausgesucht. Bei Jupp funktioniert das (noch) nicht, der würde da quer durchfräsen und so viel er könnte in seinem Fang sammeln. Aber es ist eine gute Möglichkeit, um Frustrationstoleranz zu üben – denn am Anfang ist er natürlich rumgesprungen wie doof, wollte beide Sachen, war zappelig – und musste noch viel länger warten. Mittlerweile kennt er das Ritual, weist mich auch darauf hin, wenn ich es mal vergesse – und sitzt dann still und betrachtet beide Auswahlteile und nimmt sein dann gesittet eines weg. Meistens das von ihm aus linke.
Diese viereckigen grünen Spirolina-Teile werde ich übrigens nicht wieder besorgen. Die pappen ihm am Gaumen, werden unglaublich klebrig und sind kaum so weich zu bekommen, dass er sie herunterbekommt.
Ich habe eine ziemlich gute Sammlung an Büchern über Hunde. Über deren Verhalten, Erziehung, Training, Geschichten, Romane, Kinderbücher und so weiter. Das hat sich bei mir in über 25 Jahren so angesammelt – und die wird auch immer wieder erweitert.
Zu meinem weihnachtlichen Bücherzuwachs gehört „Move!“. Darin dreht sich alles um Hundeorthopädie und wie man einen jungen Hund vernünftig aufbaut. Das liest sich schon viel leichter – und es hat ziemlich beeindruckende Röntgenaufnahmen, wie schon bei jungen Hunden die Knochen deformiert werden und welche Auswirkungen das hat.
Interessant finde ich die Erklärung, dass ein Welpe in Jupps Alter problemlos 4 Mal am Tag 20 Minuten spazieren gehen soll. Wobei… das ist ja auch immer so eine Sache, weil das sehr unterschiedlich aufgefasst werden kann. So geht jemand mit so einem jungen Hund 3 Kilometer und beklagt sich, dass der Hund „immer noch nicht platt“ ist . Darum geht es aber im Endeffekt ja gar nicht. So eine Runde ist ja vor allem bei einem Welpen immer auch die Umwelt entdecken – und da sind die halt manchmal wie kleine Kinder, die ewig etwas beobachten müssen. Das ist auch voll okay, denn so kann der Hund sich seine eigene Meinung bilden.
Interessant ist auch die Ausführung, wie ein guter Muskelaufbau Arthrose etc. entgegen wirkt. Das Problem hatte ich ja mit Joey. Auch Yoshi hat seine Probleme mit den Knochen, also liegt es einfach nahe, dass ich mich wieder ein bisschen mehr mit dem Thema beschäftige. Denn Genetik ist die eine Sache, Futterzusätze die zweite – aber zu gucken, die Muskeln möglichst gut aufzubauen noch einmal eine dritte.
Entsprechend baue ich jeden Abend, wenn ich mit Jupp die wichtigsten Kommandos übe, immer auch ein paar andere Übungen ein. Es gibt so aufblasbare Sitzkissen, auch Yoga-Kissen genannt. Die sind ein bisschen schwabbelig, siehe das Foto oben. Da geht er immer mal kurz mit den Vorderpfoten rauf. Nach und nach auch immer mal mit den Hinterpfoten. Warum mache ich das?
Überlegt mal, was euer eigener Körper macht, wenn ihr auf einem Trampolin steht, und einfach nur etwas schwingt! Wenn ihr Dehnübungen mit gegrätschten Beinen macht – welche Muskeln merkt ihr mehr? Die, die ohnehin beim laufen bewegt werden – oder diejenigen, die beim laufen „eher chillen“, aber bei so etwas wie balancieren oder grätschen viel arbeiten müssen? Hier habe ich euch mal ein Video rausgesucht, das euch die Sache mit den Muskeln ganz gut erklärt. Manchmal braucht man auch einfach mal eine Auffrischung…
Hunde haben echt viele Muskeln – wir Menschen ja auch, über 600. Aber während es vielen Menschen total klar ist, dass man als Mensch viele Muskeln hat und die halbwegs ausgewogen trainieren sollte oder eben auch, dass es ein Problem geben kann, wenn man irgendwann denkt: „Toll, das habe ich als Kind super gekonnt“ und dass dann mit 35 mal eben locker flockig wiederholen möchte…
Also, meine Mutter kommt aus dem Ruhrgebiet und wollte als Kind immer Tanzmariechen werden. Fand sie absolut super, hat viel geübt – und konnte halt auch Spagat. Jahrzehnte und vier Kinder später auf dem platten Land im Nirgendwo war dann die Schwägerin aus den USA zu Besuch und auf einer Familienfeier hat diese Schwägerin, noch älter als unsere Mutter, einen Spagat hingelegt. Meine Mutter dachte, was sie als Kind prima gekonnt hat, würde dann auch gehen… ging es nicht. Sie lag eine Woche flach.
Für uns Menschen wissen wir also eigentlich, dass es viele Muskeln gibt und wenn die untrainiert sind, gibt es Autsch. Aber die wenigsten übertragen das auf Tiere! Wir hatten früher einen unglaublich tollen Isi-Mix. Titus. Den hat meine Tochter dressurmäßig geritten und entsprechend war seine Muskulatur – absoluter Hingucker! Dann zog Titus zu einer jungen Frau, die ihn sich zum Abi geschenkt hat und absolut begeistert war.
Nur: sie hat ihn auf der Wiese geritten, Ausritte gemacht und so. Nach 6 Wochen kam eine Anfrage, was wir dem zugefüttert hätten, der hätte so viel Muskeln verloren. Das ist halt der Unterschied – sie ist nur noch geradeaus geritten, während im Dressurunterricht viel mehr Gymnastik für Pferde dran kommt. Da wird der Hals zu den Seiten bewegt, der ganze Körper gebogen, die Beine überkreuzt, über zwei Hufschläge geritten, Stangen und Cavalettis rausgesucht – und das macht halt etwas mit den Muskeln, die „eher chillen“, wenn es nur „geradeaus“ geht.
Dass diese Seite „Humpelkumpel“ heißt, hat ja seinen Grund darin, dass sowohl Joey als auch Yoshi ihre ganz eigenen Maleschen mit ihren Knochen hatten/haben. Ich weiß ebenfalls sehr gut, welches Privileg es ist, schmerzfrei zu laufen.
Deshalb möchte ich bei Jupp etwas mehr darauf achten, dass wir immer wieder auch ganz gezielt Übungen haben, die sich auf Muskeln auswirken, die eher weniger auf dem Schirm sind. Vetgirl hat ein ziemlich gutes kurzes Video zu so einem plastinierten Hund, wo die vorderen Muskeln gut zu erkennen sind.
Mal schauen, was das jeweils so bringt. Für viele Tiere war Silvester echt Stress, für Jupp war es eigentlich sehr entspannt. Mitte Dezember waren wir zusammen mit Yoshi im Museumsdorf. Dort wurde beim Gasthof ein Zeltboden abgebaut, was ziemlich laut geknallt hat. Das hat Jupp Angst gemacht und er wollte sofort in den Buggy. Da durfte er auch rein. Aber dann bin ich eben nicht weitergegangen mit den Hunden, damit er aus der Situation hinauskommt, sondern dort geblieben. Yoshi hat das Krachen der aufeinander fallenden Zeltbodenplanken nichts ausgemacht und so konnte ich mich darauf konzentrieren, dass Jupp eine ganz wichtige Lektion für sein Leben lernt:
Es ist laut, es erschreckt, es macht Angst – ABER ES TUT MIR NICHT WEH! ICH KANN DAS AUSHALTEN!
Er wäre so gerne abgehauen, hätte sich so gerne im Buggy vergraben – und ich bleibe einfach da. Noch schlimmer: ich fahre sogar noch ein Stückchen näher dran! Aber: ich habe mir die Zeit genommen, mich komplett auf Jupp zu konzentrieren, ihn zu beruhigen aber auch klar zu machen, dass er da jetzt durch muss. Es gab viele Kekse – die ersten hat er gar nicht gefressen, weil er das vor lauter Angst gar nicht konnte. Die habe ich in den Buggy geworfen, konnte er dann später suchen.
Yoshi als absolut ruhigen Gegenpart und „großen Buddy“ dabei zu haben war auch absolut toll. Insgesamt schätze ich, haben wir in knapp 10 Minuten hinbekommen, dass Jupp von Panik und wegrennen wollen über „das ist voll gruselig“ zu „ich pfeiffe mir jetzt meine Kekse rein und schaue mir mal an, was da so kracht!“ gekommen ist.
Gleiches haben wir ein paar Tage später mit dem Müllwagen hier in unserer Straße üben können, das war eigentlich gar nicht geplant, hat sich einfach mal wieder super ergeben und aus „uh, ein Monster das Krach macht!!!“ ist ein „boah…. SPANNEND!!!“ geworden. Ich mag so etwas – und Jupp ist da als kleiner Hund genau wie ein kleines Kind, dass unbedingt ganz genau etwas beobachten muss und dann auch durch kaum etwas dazu zu bewegen ist, sich vom Fleck zu bewegen.
Jupp hat auch gelernt, dass man Verpackungsmaterial, das aus eingesperrter Luft besteht, platzen lassen kann. Das macht Krach. Tut aber nichts. Oder Luftballons. Die machen auch Krach. Tun aber nix.
Vor ein paar Tagen waren wir dann auf einer Runde ums halbe Dorf – und ein Jäger war auf einem benachbarten Feld und hat geschossen. Jupp ist stehen geblieben, hat mich angeschaut, was das war, ich habe „ist okay!“ gesagt, ihm einen Keks gegeben und wir sind weiter gelaufen. Es hat dann noch ein paar Mal geknallt – und jedes Mal hat Jupp mich angeschaut, darauf gewartet dass ich „ist okay“ sage und ihm einen Keks gebe.
Dann waren hier Waldarbeiten – und wir haben uns dem Krach nach und nach genähert. Ruhe, Geduld damit der Hund ausgiebig hören und riechen kann und Kekse, wenn er etwas gemeistert hat. Denn es ist ja durchaus eine Leistung für so einen jungen Hund, das zu meistern, keine Selbstverständlichkeit.
Böller hat er am 30. und 31. dann bei der Waldrunde aus der Ferne gehört. Es hat ihn einfach nicht groß interessiert. Kekse sind da vieeel interessanter! Ich habe übrigens so derbe viele Futterproben bekommen: das sind die Kekse. Dazu kommen halt ein paar Leckerlies. Aber generell besteht der größte Teil seiner Belohnungen aus regulärem Futter und damit auch – ähnlich wie bei Yoshi – aus einem Teil seiner Tagesportion. Da langsam ohnehin vom Puppy-Futter auf Junior-Futter gewechselt werden muss passt das auch ganz gut. Im Endeffekt hat Jupp dann den Silvesterabend recht friedlich neben mir verbracht und die Böllerei sogar verpennt.
Es ist einfach total krass, wie unterschiedlich Hunde sind. Bei Farino, unserem ersten Hund, wurde in der Hundeschule geübt, dass die Hunde halt Böller aushalten. Hunde und Besitzer auf der einen Seite, Bella mit Krachern auf der anderen Seite vom Platz. Damit Farino das noch etwas besser lernt, haben wir ein paar Knaller in Garten gezündet – und er dann „whooooaaaaah, da QUALMT WAS, HIN DA!!!!“, Silvester war für ihn Party, er wollte draußen mit dabei sein – und erst als eine Flasche mit einer kleinen Rakete umgekippt ist, die über drei Ecken gesaust ist um zwischen seinen Pfoten brizzelnd zu verrauchen hat er sich überlegt: „Okay, ich glaube, ich gehe jetzt doch mal lieber LANGSAM rein!“. Aber das Bild, wie der Qualm sich verzieht und er da einfach stehen geblieben ist und quasi aus dem Nebel wieder auftauchte… das wird unvergesslich bleiben. Was für ein enormes Glück wir damals hatten übrigens ebenso.
Joey war das komplette Gegenteil. Bei dem hat schon irgendein Knall in den ersten Jahren völlig ausgereicht, um komplett in Panik zu geraten. Oder ein Blitz… da war er just unangeleint – aber cooler Weise waren innerhalb von 20 Minuten über 10 Leute bei Eiseskälte in der Stadt unterwegs, den Hund suchen. Der hat dann, just als ich ihn aufgrund der Witterung eigentlich schon abgeschrieben hatte, alleine nach Hause gefunden.
Was diese Seite anbelangt: ich bin mit über 30 000 Zugriffen seit April 2025 ins neue Jahr gerutscht. Das ist, wo ich mir beim Start der Seite eigentlich so das Ziel gesetzt hatte „Na ja, bis November 10 000 Zugriffe wären schon echt toll!“ ein toller Erfolg. FÜR MICH – und genau DAS ist wichtig: das ICH mich darüber freuen kann. Wer sich mit mir freuen möchte, kann das gerne tun.
Wer sich online nach Tipps zum Thema Welpenerziehung oder Hundetraining umguckt, wird früher oder später auf das Wort „crating“ stoßen, insbesondere bei Videos aus den USA.
Was erst „na ja, irgendwie logisch und nachvollziehbar“ klingt und aussieht, entpuppt sich nach genauerem Hinterfragen nach etwas, das eigentlich ziemlich gruselig ist. Denn das dort übliche „crating“, insbesondere bei Welpen, unterscheidet sich eigentlich ziemlich von in Deutschland üblichen Umgang mit einer Box.
Screenshot von Mc Cann-Hundetraining. Dieser Welpe muss die Nacht in der für ihn viel zu kleinen Box verbringen. Achtet mal auf die Fliesengröße, die sind quadratisch und ermöglichen einen Größenvergleich.
Während eine – nach deutschen Vorgaben viel zu kleine – Box in den USA dafür genutzt wird, Hunde stundenlang einzusperren, um z. B. Zur Arbeit zu gehen und/oder nachts seine Ruhe vor dem Pinkeln eines Welpen zu haben, ist eine Box in Deutschland eher etwas, dass im Auto benutzt wird oder überwiegend offen bleibt, während der Hund drin ist.
Aber irgendwie ist es mit Stachelhalsbändern und Elektrohalsbändern: die sind auch verboten,(Tierschutzhundeverordnung, §2, Absatz 5) man kann sie aber kaufen und es gibt genügend Hundehalter, die das tun und den Krempel anwenden. Mehr und mehr werden auch Möbel zum Einsperren von Hunden angeboten. In Hamburg werden sie individuell angefertigt, es gibt sie via Amazon oder TEMU – und es schleicht sich das „selbstverständliche“ Benutzen davon ein. Filme aus den USA, wo das stundenlange einsperren über Stunden eine Selbstverständlichkeit ist und von vielen Hundetrainern dort als tolles Erziehungsmittel propagiert wird, tut ein Übriges.
Auch hier eines der Trainingsvideos für Welpen, diesmal von stageguldendogs. Wenn der Welpe sich lang hinlegen würde, hätten Kopf und Schwanz/Hinterläufe Kontakt zum Gitter. Er könnte einem Malheur absolut nicht ausweichen – und es passt auch keine Wasserschüssel in die Box.
Es ist auch ein enormer Unterschied ist, ob ich einen Hund – insbesondere einen Welpen, dessen Ausscheidungsorgane oft noch nicht einmal so voll entwickelt sind, dass er tatsächlich stundenlang einhalten kann – für maximal 30 Minuten in eine große Box oder in einen Laufstall packe und den dann schließe – oder ob er die WAHL hat, ob er eine offene Box oder einen offenen Laufstall zum Spielen und Ausruhen nutzt. SICHERHEIT gibt dem Hund über eine längere Dauer seine EIGENE WAHL. Ansonsten gilt für Hunde laut Tierschutzhundeverordnung (klick mich, ich bin ein Link) , dass ihnen bei einer Widerristhöhe bis 50 cm 6 qm Raum zur Verfügung stehen müssen, zwischen 50 und 65 cm sind es 8 qm und über 65 cm steht einem Hund gesetzlich 10 qm uneingeschränkte Bewegungsfläche zur Verfügung.
Ich meine, stellt euch mal vor, ihr wäret bettlägerig und müsstest stundenlang darauf warten, dass vielleicht mal jemand kommt, der euch auf Toilette bringt – und dann kommt keiner. Eure Verdauungsorgane sagen: „Warten vorbei!“ und ihr müsstet noch stundenlang in eurer Pisse und eurer Scheiße liegen. Dann kommt irgendwann eine genervte Pflegekraft und regt sich auf, dass ihr in euren eigenen Exkrementen liegt. Guckt euch den Screenshot mit dem Dackel an. Die Box ist so derbe klein, er kann einfach nicht ausweichen.
Hier auch noch mal Screenshot aus einem Video von Mc Cann, auch hier sieht man sehr gut, dass der Hund keinen Platz hat, um sich ausgestreckt und wirklich entspannt hinzulegen. Er hat kein Wasser in der Box, kein Spielzeug und könnte ebenfalls keinem Malheur ausweichen.
Im Endeffekt wird beim Crating von Welpen etwas erwartet, dass sie nicht leisten können: Halte aus, bis sich jemand bequemt, Zeit für dich zu haben, und wenn du es nicht kannst, hast du Pech und wirst noch angebrüllt, dass du nicht aushalten konntest und verstehst die Welt nicht mehr. Danach wirst du als Hund gepackt, ins Bad geschleift und von einem unerfreuten Menschen entsprechend gewaschen und wahrscheinlich zum Schutz der Möbel und Böden gleich wieder in den Käfig gesperrt, bis du trocken bist. Auch wenn man Hunde nicht vermenschlichen soll, der Effekt ist bei beiden Spezies der Gleiche: Unwohlsein bis hin zur Angst und Vertrauensverlust. Wer denkt, so ein Hund und die Box wäre ja schon teuer, sollte sich mal überlegen, wie immateriell teuer es wird, wenn ein Hund vor einem Angst hat und Vertrauen verliert! Ihr könnt dem Hund gerne lang und breit erklären, warum ihr ihn in so eine Box sperrt – er versteht unsere Sprache nicht. Oder nur die Worte, die er gelernt hat um sie mit etwas zu verknüpfen.
Auch Cesar Millan ist für das Welpentraining, gruseliger Weise ist dieses Video, dass einen klaren Verstoß gegen den Tierschutz darstellt, auch noch mit deutschem Untertitel. Ich kann einem Hund dann Ruhe gönnen, wenn er sich lang ausstrecken kann zum Schlafen. das ist auch hier nicht der Fall. Auch dieser Hund müsste bei einem Malheur in seiner eigenen Kacke liegen.
In einer großen Box oder in einem Laufstall kann er sich beschäftigen und bewegen, es passt unproblematisch noch ein Spielzeug hinein und eine Wasserschüssel – und wenn tatsächlich ein Malheur passiert, muss er sich nicht reinlegen. Man kann die Zeit nutzen, eben zu duschen, in den Keller zu gehen oder Dinge zu machen, bei denen es ansonsten durchaus problematisch werden könnte, wenn ein Welpe oder nervender Hund zwischen den Füßen herumwuselt.
Wenn „stupid germans“ (und davon gibt es ein paar mehr als mich) auf social-media crating kritisieren, dann flippen die Amis faktisch aus und erklären uns für komplett bescheuert und ahnungslos. Dass dies in Deutschland sogar ein Verbot gegen das Tierschutzgesetz wäre, können die sich absolut nicht vorstellen. Das ist allerdings kein Wunder, da Tierschutz in den vereinigten Staaten so eine Sache ist. Den gibt es kaum, wenn, dann eher für Nutztiere. Außerdem ist es in vielen US-Staaten halt eine Sache des jeweiligen Staates.
In Deutschland ist es da viel einheitlicher geregelt, da das Tierschutzgesetz (klick mich, ich bin der Link zum Tierschutzgesetz) in ganz Deutschland gilt. Dieses besagt ganz klar:
§2 Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.
Da irgendein Ami dann rumgetönt hat, wie dass denn bei den Tierärzten wäre, da würden die Tiere ja auch in kleinen Käfigen sein: Das ist eine medizinisch begründete Ausnahme. Auch das ist gesetzlich geregelt und selbst so eine Edelstahlbox bei einem Tierarzt wäre definitiv größer als manch ein propagierter Ami-Hundekäfig. Und: es ist immer jemand in Reichweite.
In anderen Beiträgen sind Amis dann völlig überrascht, wenn sie einen Hund – insbesondere aus einer Arbeitsrasse – über Stunden einsperren und der alles zerlegt. Oder wenn die Hunde aggro werden, weil sie stundenlang eingesperrt und alleine gelassen werden. Hunde sind Rudeltiere. Menschen sind ihr Ersatzrudel. Stundenlang alleine eingesperrt zu sein ohne irgendwelche Möglichkeiten zu haben, den Platz zu wechseln, aus dem Fenster zu gucken, etwas zu spielen, zu essen oder Pinkeln zu können ist nichts, was einem Hund Sicherheit gibt – sondern genau das, was er auch in vielen Vermehrerfabriken erleben würde – und wer ein bisschen länger das ganze Tierschutzgedöns verfolgt, bekommt mit, wie schwer traumatisiert Hunde aus solchen Fabriken sind.
Der American Kennel Club empfiehlt, einen Hund maximal 3 Stunden am Stück einzusperren und dass der Käfig/die Box groß genug sein muss, damit auch ein Wassernapf hineinpasst und der Hund sich problemlos drehen und strecken kann. – wobei… die empfehlen auf der anderen Seite auch viel zu kleine Käfige. Schaut euch mal die Screenshots aus den amerikanischen Videos an. Das mit dem kleinen Hund neben der Couch ist aus einem Video mit Cesar Millan. Selbst der hält sich nicht an die Vorgaben des AKC. Wobei: unvergessen, als er seine Shows in Deutschland abhalten wollte und nur mit einer qualifizierten deutschen Trainerin auf der Bühne mit Hunden arbeiten durfte, weil er den hier in Deutschland geforderten Sachkundenachweis nicht bestanden hat.
Die American Vetenerian Society (müsste so etwas wie die Tierärztekammer in Deutschland sein) sowie Peta (Link) empfehlen ungefähr das Gleiche – wobei Peta noch darauf hinweist, dass so ein Crate nicht mit einem Spielkennel zu vergleichen ist. Jupp hat so einen „Spielkennel“, einen Welpenauslauf. Unter dem Küchentisch. Das ist wie eine Höhle – und er kann immer rein und raus, bringt da seine Schätze rein um sie zu horten und einmal in der Woche wird das Ding ausgeräumt, anwachsende geschredderte Papierberge, angeknabberte Stöckchen und alle im Badezimmer ergatterten Schätze an Waschlappen, Socken und Co entfernt und das Spielzeug in einen Korb gepackt. Da holt er es sich nach und nach im Laufe der nächsten Tage wieder raus.
Eine Box in der er tatsächlich bleiben muss- oben offen und auf dem Beifahrersitz montiert und er wird darin mit Geschirr angeschnallt – hat er im Auto. So kann er mit mir Augenkontakt halten, bekommt mit, wenn wir fahren und hat gelernt, ein paar Minuten zu warten, wenn ich eben irgendwo einkaufen muss etc..
Einen wirklich guten und informativen Artikel gibt es im Blog der Tierarztpraxis im Kolonadenviertel in Leipzig. (klick mich, ich bin ein Link): Das ist übrigens eine Praxis, die sich auf Zahnbehandlungen bei Hunden und Katzen spezialisiert ist und auch überregional arbeitet.
Vom Schlafen, Alltagstraining, Fährten verfolgen und Hundemäntel für Welpen.
Viele Dinge haben sich mittlerweile halbwegs eingespielt und Jupp hat seinen Nachbarn Sammy kennen gelernt. Sammy ist ein Pudel und ab und an spielen und abenteuern sie jetzt zusammen durch den Wald neben dem Haus. Mit Yoshi waren wir an der Talsperre und ich bin meinem „lass uns diese Abkürzung nehmen und 5 Kilometer Umweg laufen!“ treu geblieben. Es wurden über 11 Kilometer. Gut, dass wir den Buggy haben! Wir sind auch ein Stück auf der Dwergter Hunderunde gelaufen und haben unter anderem diese Schaukel ausprobiert.
Leider ist er abends noch mal recht aufgedreht und muss dann recht deutlich zur Ruhe überredet werden, zumal wir uns derzeit noch das Bett teilen. Finden manche Leute bestimmt nicht so toll, aber ich bekomme so eher mit, wenn er noch mal muss und ich denke, dass die Bindung so viel besser wird. Morgens wache ich meistens mit einem Hund in der Armbeuge auf, der sich freut, dass sein Frauchen endlich wach ist. Dann wird erst einmal eine Runde herumgebalgt, auch das dient einer guten Bindung. Irgendwann wird er sich einen anderen Schlafplatz suchen.
Da das Wetter kälter wurde, habe ich ihm einen Hundemantel aus einem Funktionsstoff bestellt, der heruntergesetzt war. Leider passte der Mantel dann binnen vier Tagen schon nicht mehr – hat aber mittlerweile einen neuen Abnehmer in Statur eines Bulldoggenwelpen gefunden. Zum Glück! Eine der Tragetaschen für Hunde hat ihre neue Heimat nun in Hamburg gefunden, weil die für die Rattler meiner Schwester super passt, etwas dicker ist als die Tasche, die sie hat – und mit den Rucksackgurten auch anders getragen werden kann. Ich bleibe beim Buggy, da passt auch mein Krempel mit rein, zum Beispiel bei einer Tour durch den Stadtpark von Friesoythe.
Da Jupp wirklich rasant wächst und in den letzten drei Wochen gewichtsmäßig einen Prager Rattler verspeist hat (die haben ein Gewicht von 3 Kilo) habe ich nun eine einfache Decke gehäkelt und dafür ein UFO (UnFertiges Objekt) von mir aufgelöst. Schön bunt, hat zwar irgendwie auch Oma-Vibes, aber der Hund mit seinem „nanoschwarzem Fell“ ist im Dunkeln besser zu sehen und ich kann anstückeln, solange der Hund wächst.
Sehr spannend war auch die Begegnung mit dem Müllwagen. Das ist Alltagstraining, die rollenden Mülltonnen hat er ja schon kennen gelernt – und die Steigerung war dann tatsächlich der leibhaftige Müllwagen in unserer Straße. Das ging recht schnell von „waaaaah, was für ein furchtbares Monster!“ zu „boah, cool!“ und „gleich mal eine Spur verfolgen!“. Mit Futter und Geduld geht einfach eine ganze Menge – und „neue Sachen kennenlernen“ ist nur einmal wirklich schief gegangen – und das war in der Waschbox, als ich das Auto mit dem Hochdruckreiniger gesäubert habe. Im Endeffekt: das, was er in den ersten 20 Wochen lernt, ist schlichtweg elementar wichtig. Je mehr er in einem guten und sicheren Umfeld kennenlernt, desto besser ist es.
Ein paar Tage vorher waren wir am Waldrand in Schleefeld unterwegs. Von „Wäääh, echt, dein ERNST? Ich habe so gar keinen Bock zu laufen!“ bis zu „kommst du endlich mal hinterher! Hier ist eine mega interessante Spur!!!“ hat es 20 Meter gebraucht. Dann hat sich halt herausgestellt, dass dieser kleine Hund so eine Spur über locker 100 Meter verfolgen kann und auch Ablenkungen zwar interessant sind, aber ihn nichts davon abhält, die Sachen weiter zu verfolgen und angehalten wird, wenn ich rufe oder er sich von selbst umschaut, ob ich auch hinterher komme.
Also… drei Arbeitsrassen in einem macht sich durchaus bemerkbar. Langweilig wird es auf gar keinen Fall. Ich denke nur, dass ich mich tatsächlich mehr mit Fährten beschäftigen sollte, als ich eigentlich wollte.
Meine große Tochter hat in ihrer Küche eine Spielküche für ihre Kinder stehen, die voller Spielzeug ist. In meiner Küche steht ein großer runder Welpenstall, der auch voller Spielzeug ist. Und Küchenkram. Das Kunststoffhaferl von Globetrotter? Welpenstall. Die Bälle? Welpenstall. Kongs? Socken? Welpenstall… und wenn ich nicht aufpasse, wird auch meine Unterwäsche dort hin verschleppt. In die Höhle des Plüschbriketts unter dem großen Küchentisch.
Zum Bild: Es ist zwar toll, wenn Jupp seinen großen Buddy hat, aber manchmal muss er wirklich nicht zu sehr Vorbild sein!
Statt zwei Tripptrapp-Stühlen gibt es hier zwei Hundematten in der Küche und ein paar bunte Schälchen statt auslaufsichere Becher oder Müslischalen mit Raupe Nimmersatt. Frau Tochter hat zweibeinige Kinder, ich ein vierbeiniges. Die zweibeinigen Versionen habe ich ja schon hinter mir.
Die vierbeinige Version hat den alten IKEA-Küchenstuhl aus Holz angenagt. Vielleicht darf der nach über 30 Jahren dann auch mal angenagt werden, nach einem turbulenten Leben sieht der ja ohnehin schon aus. Bei meinem Mann an der Küchenzarge ist eine Reihe von Strichen und Klebefotos davon, wie Junior gewachsen ist. Weil der ja damals nach der Chemo mit 120 cm das Wachsen fast eingestellt hatte.
Unser „Nein-Kolaus“
Gut, dachte ich mir, mache ich etwas ähnliches bei mir am Küchentisch, greifbar war erst einmal nur eine Rolle breites Malerkrepp zum Markieren. Die untere Kante markierte also seine Schulterhöhe mit knapp 9 Wochen. Gestern lehnte er fast an dem Pfosten mit der Klebemarkierung – und hatte den oberen Rand schon erreicht. 4 cm…
Weil so ein Hundekind in den ersten Wochen wirklich viel lernen muss, sind wir fast jeden Tag unterwegs. Nachdem wir ein paar Mal in Wäldern unterwegs waren und den Buggy dabei hatten (außer im FriedWald, weil wir da nicht mit dem Buggy auch nur ansatzweise in die Nähe unseres Baumes kommen), hat das Hundekind auch die Thülsfelder Talsperre gesehen und war ein bisschen am Strand. Aber das war für ihn zu viel Wasser.
An der Talsperre
Er läuft auch schon tatsächlich eine kleine Waldrunde alleine (wenn Yoshi dabei ist, läuft er weitere Strecken) mit mir, die auch immer ein Stück an der Hauptstraße entlang geht, damit er mehr Autos, Laster und Trecker mitbekommt. Fahrräder findet er total merkwürdig. Mittlerweile waren wir auch schon in Friesoythe. So viele neue Gerüche! So viele Autos! Da fand er es viel sicherer, in den Buggy zu gehen und vom Buggy aus alles anzugucken. Das ist völlig okay, denn zum Einen hat er gelernt, dass er im Buggy sicher ist, zum Anderen ermöglicht uns das Gefährt längere Strecken – und wenn Jupp darin während der Fahrt steht, dann übt es das Gleichgewicht des Hundes.
Faszinierend war eine Begegnung im Stadtpark von Friesoythe, als am Ufer eines Sees ein Nutria saß und der Hund und das Nutria sich beobachtet haben.
Nun ist Jupp eine Woche bei mir. Es kommt mir irgendwie viel länger vor! In dieser Zeit hat er etwas Babyspeck verloren und rund ein Kilo zugelegt. Dabei hat er in den ersten Tage gar nicht so viel gefressen – aber mittlerweile hat er das nachgeholt.
Mit Yoshi versteht er sich ganz gut – und von dem zurückhaltenden, gechillten und verpenntem Einzelgänger auf den Welpenvideos ist… nicht einmal mehr Kohlenstaub übrig geblieben. Er erobert alle Herzen im Sturm und ist ein absoluter Frechdachs.
Ich hatte ja in gutem Glauben zwei Tragetaschen gekauft um ihn unterwegs auch mal Tragen zu können, wenn dieser arme, kleine Welpe erschöpft ist. Nun: in JEDER der beiden Taschen geht dieser „arme“ kleine Hund unglaublich auf den Rücken. Daher habe ich den Buggy von Joey rausgesucht. Die erste Tour haben wir dann bei eisigem Wind hier im Dorf gemacht. Auch wenn eine kuschelige Decke im Wagen war, wurde es für das Hundebaby zwischendurch ziemlich kalt.
An zwei anderen Tagen waren wir im Eleonorenwald unterwegs. Das fand das Hundebaby total interessant und es hat relativ viel „rein und raus“ beim Buggy gegeben – bis Jupp dann bei so viel frische Luft eingepennt ist. Was er nach und nach gelernt hat: renne ich zu Frauchen, gibt es einen Keks.
Bei der zweiten Tour im Eleonorenwald hat er irgendwann die Leine hinter sich herschluren gehabt, weil ich für Yoshi einen Wurfball mit hatte – und natürlich war es für den kleinen Hund total spannend, da auch hinterher zu rennen.
Eine Ecke mit einem aufgeschütteten Wall und etwas Heidekraus war dann ein toller Pausenplatz, denn dort konnte er bergauf und bergab klettern und im Heidekraut schnüffeln. Insgesamt übt auch das Gerüttel im Buggy seine Muskulatur und seinen Gleichgewichtssinn, ein bisschen rauf- und runterlaufen tut den Muskeln auch ganz gut.
Was ich richtig toll finde: Autofahren ist völlig unproblematisch mit ihm und er hat schon von Anfang an gelernt, dass es ein „Hundeklo“ gibt. Also eine mit Streu gefüllte Wanne. Das habe ich dann hier auch mit dem alten Plastikkörbchen von unserem allerersten Hund gemacht. Das steht neben der Terrassentüre – und der Hund hat die Wal, ob er in den Garten geht oder nicht. Meistens springt er ins Körbchen um sein Geschäft zu verrichten. Natürlich muss ich dem irgendwann klar machen, dass er dann kein Indoor-Klo mehr gibt. Aber in den ersten Wochen ist es grade im Winter unglaublich praktisch.
In den letzten Wochen hab ich diese Seite leider etwas vernachlässigt. Ich war ziemlich mit Hundesuche beschäftigt, es gab einen Urlaub mit Jobhund und den Zwergen, dann haben mich ein paar Sachen leider ziemlich runtergezogen und zur Krönung gab es ein Jobangebot, dass ich angenommen habe.
Hier eines meiner liebsten Urlaubsbilder mit den Hunden (Yoshi ist echt ein super Fotomodell, aber die Kleinen haben relativ wenig Geduld wenn man etwas von ihnen möchte…):
Beim Job wurde aus Teilzeit dann so gut wie Vollzeit, ich war nur noch alle und als „Sahnehäubchen“ auf allem ist mein Wagen während der Arbeit zweimal so kaputt gegangen, dass er ein paar Tage in die Werkstatt musste und mich die Arbeit letztlich mehr gekostet hat bislang, als sie mir an Lohn eingebracht hat. Aber hey, es gibt sogar noch „Streusel auf dem Sahnehäubchen“ aber die sind alles andere als zuckersüß.
Nun denn, gerade als ich dachte, so mit einem Hund nach meinen Vorstellungen wird das nichts mehr, ich nehme ungefähr den nächstbesten, der geht, machte es „brrrrrrr“ und ich bekam einige Welpenfotos von meine Chefin. „Genau das, was du suchst! Ich kenne den Vater der Welpen, absolut toller Hund!“. Nach ein bisschen hin und her war klar, ich kann aus dem Wurf einen Hund bekommen. Ich habe zwei Tage eigentlich immer wieder geheult vor Glück.
Tue ich zwischendurch zugegeben immer noch. Jetzt gerade beim Schreiben zum Beispiel. Denn ich merke einfach, dass ich so eine vierpfotige Überlebensversicherung brauche. Es geht mir ohne schleichend aber zunehmend schlechter und das will ich einfach nicht.
Erst dachte ich ja, dass ich einen Weihnachtshund bekomme, aber die sind so derbe fit und pfiffig, die dürfen schon eher ausziehen. Mittlerweile steht hier der Welpenkennel, eine Art Laufstall für Welpen – wobei ich den für die beiden Meerschweinchen angeschafft habe, die wir von mehreren Jahren hatten und die halt mit in Urlaub gekommen sind. Ich habe noch Hygieneunterlagen von Junior, zwei Pinkelmatten, eine Hausleine, Futter, Näpfe, Spielzeug und ein unglaublich niedliches Monsterhundebett kommt etwa zu Weihnachten an.
Vorletztes Wochenende gab es einen „triff deinen Welpen“-Nachmittag, bei dem ich mit meiner Tochter Marie war. Ich glaube, es gibt keinen Hund, der Marie nicht mag und so habe ich ihr gerne den Vortritt mit „Welpenknuddeln“ gelassen und erst einmal beobachtet.
Alle Welpen sind schwarz und eine Mischung aus Border-Schäfer und Labbi. Also vier größere Rassen von denen jede auch gerne etwas mehr tun möchte. Der Wurf war absolut nicht geplant und es ist richtig toll, wie die Welpen betreut und aufgezogen werden – und es gibt echt viele Welpenvideo für uns künftige Welpenbesitzer. So kann ich echt gut gucken, wie der Kleine sich macht. Mittlerweile haben die auch alle farbige Halsbänder, was es noch einfacher macht, auf den Videos zu sehen, dass ich eine gechillte Schnarchnase bekomme.
Ich habe den Hund dann auch noch echt lange auf dem Arm gehabt, wo er fast durchgehend gepennt hat und irgendwie ist es ein… PLÜSCHBRIKETT. Schwarz wie Kohle und weich wie Maulwurf.
Wobei: Unser erster Hund, Farino, war der kleinste und ruhigste aus dem Wurf. Das hat sich dann halt komplett geändert. Da Winterwelpen schon ein bisschen eine Herausforderung sind, bin ich gespannt, wie es insgesamt wird. Natürlich gucke ich auch Welpenerziehungsvideos – und finde es voll creepy, dass in den USA völlig normal ist, die Welpen stundenlang in absolut winzige Boxen zu sperren, dann für ein paar Minuten rauszuholen, bevor man sie wieder in diese viel zu kleine Box sperrt.
Es ist völlig okay, wenn ein Hund lernt, in eine Box zu gehen und da Ruhe zu finden. Aber halt nicht so, wie es voll beliebte US.Trainer propagieren. Da hat in Deutschland jedes Meerschwein mehr Platz in einem üblichen (aber halt für Meerie zu kleinen) Käfig und auch jedes Huhn aus konventioneller Käfighaltung hätte umgerechnet mehr Platz. Aber Amis zerren auch einen Pitbull am Stachelhalsband durch einen Laden und wundern sich, dass der aggro wird. Aber hey, das gibt Content..
Auf jeden Fall könnt ihr dann in Zukunft hier am Leben mit dem Plüschbrikett teilhaben. Da mein Welpenbücher eigentlich alle über 20 Jahre sind, habe ich mir mit „Warum macht der das?“ von Jana Rätke aus dem Kynos-Verlag ein neueres gegönnt, dass so eine Art Welpendolmetscher ist. Das ist wirklich super und ich habe mich einfach auch gefreut, noch so viel lernen zu können. Eine tolle Idee ist die „Feenwunschliste“. Aufschreiben, was ich mir so wünsche… und schauen, was aus den Wünschen tatsächlich wird.
Leider habe ich bislang noch nicht herausgefunden, wie man auf Instagram verlinkt. Da kamen bislang nur "hat Facebook untersagt" etc. Also etwas rudimentär: Folge den Humpelkumpeln auf Insta unter @fuesseundpfoten_unterwegs ! Ich lerne gerade, 24-h-Storys * hüstel * kitschig zu gestalten, guck´ sie dir an!
Auch auf Facebook sind wir unter Humpelkumpel oder @auffuessenundpfoten zu finden!
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