Vom Schlafen, Alltagstraining, Fährten verfolgen und Hundemäntel für Welpen.
Viele Dinge haben sich mittlerweile halbwegs eingespielt und Jupp hat seinen Nachbarn Sammy kennen gelernt. Sammy ist ein Pudel und ab und an spielen und abenteuern sie jetzt zusammen durch den Wald neben dem Haus. Mit Yoshi waren wir an der Talsperre und ich bin meinem „lass uns diese Abkürzung nehmen und 5 Kilometer Umweg laufen!“ treu geblieben. Es wurden über 11 Kilometer. Gut, dass wir den Buggy haben! Wir sind auch ein Stück auf der Dwergter Hunderunde gelaufen und haben unter anderem diese Schaukel ausprobiert.

Leider ist er abends noch mal recht aufgedreht und muss dann recht deutlich zur Ruhe überredet werden, zumal wir uns derzeit noch das Bett teilen. Finden manche Leute bestimmt nicht so toll, aber ich bekomme so eher mit, wenn er noch mal muss und ich denke, dass die Bindung so viel besser wird. Morgens wache ich meistens mit einem Hund in der Armbeuge auf, der sich freut, dass sein Frauchen endlich wach ist. Dann wird erst einmal eine Runde herumgebalgt, auch das dient einer guten Bindung. Irgendwann wird er sich einen anderen Schlafplatz suchen.
Da das Wetter kälter wurde, habe ich ihm einen Hundemantel aus einem Funktionsstoff bestellt, der heruntergesetzt war. Leider passte der Mantel dann binnen vier Tagen schon nicht mehr – hat aber mittlerweile einen neuen Abnehmer in Statur eines Bulldoggenwelpen gefunden. Zum Glück! Eine der Tragetaschen für Hunde hat ihre neue Heimat nun in Hamburg gefunden, weil die für die Rattler meiner Schwester super passt, etwas dicker ist als die Tasche, die sie hat – und mit den Rucksackgurten auch anders getragen werden kann. Ich bleibe beim Buggy, da passt auch mein Krempel mit rein, zum Beispiel bei einer Tour durch den Stadtpark von Friesoythe.

Da Jupp wirklich rasant wächst und in den letzten drei Wochen gewichtsmäßig einen Prager Rattler verspeist hat (die haben ein Gewicht von 3 Kilo) habe ich nun eine einfache Decke gehäkelt und dafür ein UFO (UnFertiges Objekt) von mir aufgelöst. Schön bunt, hat zwar irgendwie auch Oma-Vibes, aber der Hund mit seinem „nanoschwarzem Fell“ ist im Dunkeln besser zu sehen und ich kann anstückeln, solange der Hund wächst.
Sehr spannend war auch die Begegnung mit dem Müllwagen. Das ist Alltagstraining, die rollenden Mülltonnen hat er ja schon kennen gelernt – und die Steigerung war dann tatsächlich der leibhaftige Müllwagen in unserer Straße. Das ging recht schnell von „waaaaah, was für ein furchtbares Monster!“ zu „boah, cool!“ und „gleich mal eine Spur verfolgen!“. Mit Futter und Geduld geht einfach eine ganze Menge – und „neue Sachen kennenlernen“ ist nur einmal wirklich schief gegangen – und das war in der Waschbox, als ich das Auto mit dem Hochdruckreiniger gesäubert habe. Im Endeffekt: das, was er in den ersten 20 Wochen lernt, ist schlichtweg elementar wichtig. Je mehr er in einem guten und sicheren Umfeld kennenlernt, desto besser ist es.

Ein paar Tage vorher waren wir am Waldrand in Schleefeld unterwegs. Von „Wäääh, echt, dein ERNST? Ich habe so gar keinen Bock zu laufen!“ bis zu „kommst du endlich mal hinterher! Hier ist eine mega interessante Spur!!!“ hat es 20 Meter gebraucht. Dann hat sich halt herausgestellt, dass dieser kleine Hund so eine Spur über locker 100 Meter verfolgen kann und auch Ablenkungen zwar interessant sind, aber ihn nichts davon abhält, die Sachen weiter zu verfolgen und angehalten wird, wenn ich rufe oder er sich von selbst umschaut, ob ich auch hinterher komme.
Also… drei Arbeitsrassen in einem macht sich durchaus bemerkbar. Langweilig wird es auf gar keinen Fall. Ich denke nur, dass ich mich tatsächlich mehr mit Fährten beschäftigen sollte, als ich eigentlich wollte.


