Der Herr der kleinen Berge fängt mit einem Tal an

Auf unserer Mittagsrunde hat Jupp einen Maulwurf (Talpa europae) gefunden. Der krabbelte über den Schnee und war höchst unerfreut, dass da plötzlich so ein Riese über ihm auftauchte und „guckte, was da guckt“. Es war ein bisschen anstrengend, den Hund vom Maulwurf wegzuholen und es gab auch nur ein ganz schnelles Foto davon, weil Jupp ihn wohl eher als „Spielzeug“ benutzt hätte. Sie fiepen sehr hell und versuchen auch, zu beißen.

Schwarzer Hund mit Maulwurf im Schnee von oben

Ich habe seit einiger Zeit auch so ein Viech im Garten. Das ist etwas ärgerlich, weil es halt Maulwurfshügel gibt – aber auf der anderen Seite jetzt im Winter echt praktisch, weil der Boden hier sehr sandig ist. Ich habe einen der Haufen etwas aufgegraben, abgedeckt und der kleine Kumpel sorgt für Streusanderde. Da ist pfotenfreundlich, schadet keinen Pflanzen und kann einfach weggefegt werden. Ist halt nur etwas „dreckiger“. Aber habt ihr mal von Streusalz aufgeätzte Pfoten gesehen? Hunde, die sich vor Schmerzen kaum noch bewegen? Das hatten wir im Wuppertal, weil die Idioten von Nachbarn es total super fanden, eine ganze Salzlake auf den langen Eingangsteppich zu kippen.

Aber… Maulwürfe. Auf der einen Seite sind die ja echt ärgerlich wegen den Maulwurfshügeln. Auf der anderen Seite: mein Boden wird gut durchlüftet – und wenn ein Maulwurf länger bleibt, bedeutet es, dass ich einen guten Boden habe. Denn so ein einzelgängerischer Maulwurf hat einen reicht gedeckten Tisch an Regenwürmern, Larven und anderen

Maulwurf von vorne
Bild: Nicola Tomasic / unsplash

Der auf dem Schnee krabbelnde Maulwurf ist eigentlich eine totale Ausnahme. Denn er war in dem Moment seinen Fressfeinden ausgeliefert. Nicht nur Hunde und Katzen, sondern vor allem Raubwild wie Wiesel und Marder oder auch Greifvögel wie Falken, Bussarde oder auch Eulen haben Maulwürfe auf dem Speiseplan. Wobei: Selbst Störche sind schon beobachtet worden, wie sie Maulwürfe fressen. Nur den Menschen ist es verboten, Maulwürfe zu fangen oder gar zu töten.

Man kann versuchen, sie zu vergrämen. Sie mögen keine Vibrationen, starke Düfte, Lärm finden sie auch blöd und viel Gartenarbeit ebenfalls. Buddeln können sie bis 1 Meter Tiefe, dort finden sie eine recht konstante Temperatur vor, was ihnen bei der Aufzucht ihres Nachwuchses gut entgegenkommt.

Screenshot fossiler Maulwurf von der Seite des LWL-Museums für Naturkunde mit Planetarium

In Europa und Eurasien kommt übrigens nur der Europäische Maulwurf vor, der „Talpa europae“. Von Maulwürfen gibt es auch Fossilien, die auf das Pleistozän datiert wurden. Das ist die Eiszeit, die vor rund 2,58 Millionen Jahren anfing und vor etwa 12.000 Jahren endete.

Manchmal seht ihr Zeichnungen, wo Maulwürfe einen „Strich“ also eine Fellrichtung haben, die von vorne nach hinten geht. Das stimmt so aber nicht. Die 12 – 16 cm langen Tiere haben deshalb keine bestimmte Fellrichtung, weil es sie beim buddeln behindern würde. Sie haben ein eher senkrechtes Fell, was ihnen erlaubt, sich sowohl vorwärts als auch rückwärts in den Erdgängen zu bewegen.

Mit ihren großen Grabschaufeln arbeiten sie sich abwechselnd durch ihre Gänge. Zweimal wird links gebuddelt und sich mit der rechten Vorderhand im Erdreich verankert, dann wird gewechselt.

Früher gab es noch Mäntel und Jacken aus Maulwurffell. Erwähnt wurde so ein Maulwurffell als Bekleidung schon 500 nach Christi. Einen regelrechten Boom gab es um 1900 – und es gab einen internationalen Handel mit verschiedenen Fellvarianten. Eine Fangprämie, denn für so eine Jacke oder gar einen Mantel braucht man sehr viele Felle von den Tieren, ermöglichte gerade in ärmeren Gegenden dort lebenden Menschen, sich ein Zubrot zu verdienen.

Screenshot vom Bahnblog mit dem Maskottchen

So, nun wisst ihr eine ganze Menge mehr über die kleinen Buddler, die als Zeichentrickfiguren viele Herzen erobern oder als Maskottchen der Bahn auf Baustellen hinweist/hingewiesen hat.

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